Baum-/Strauch-Präsentation

 

heute: Die Kornelkirsche

 

Die Kornelkirsche ist ein Gehölz, das zur Familie der Hartriegelgewächse gehört. So ist sie beispielsweise mit dem Weißen oder dem Roten Hartriegel verwandt, die ebenfalls meist als Sträucher auftreten, auch wenn letztere zu einem sehr flächenfüllenden Wuchs neigen, was die Kornelkirsche eher nicht zeigt.

Die lateinische Artbezeichnung ist Cornus mas, wobei auch der Weiße und der Rote Hartriegel der Gattung “Cornus” angehören. Bisweilen wird die Kornelkirsche wegen ihrer gelben Blüten auch als Gelber Hartriegel bezeichnet. Der Rote Hartriegel hat seinen Namen daher, dass seine Zweige im Winter tiefrot gefärbt sind. Der Weiße Hartriegel besitzt farblos-weiße Früchte, der Rote Hartriegel schwarzblaue Früchte.

Wegen der Ähnlichkeit ihrer Steinfrüchte zu denen der Kirschen im engeren Sinne, die sonst alle zu den Rosengewächsen gehören, hat die Kornelkirsche die “Kirschen”-Bezeichnung in ihrem Namen. Daneben sind für dieses Gehölz aber auch noch weitere Namen gebräuchlich wie Herlitze oder Dürlitze.

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Kornelkirsche befand sich in Kleinasien und in Südosteuropa, hier den Osten Österreichs miterfassend. Sie wurde jedoch schon seit längerem im gesamten mitteleuropäischen Raum durch Anpflanzungen in Parks, Gärten, Feldrainen, aber auch in lichten Wäldern innerhalb von Forsten verbreitet.

Die meist vielstämmigen Sträucher bilden oft recht gerade Einzelstämmchen und Äste aus, die eine baumartige Wuchsform zeigen (Bilder 1 und 8).

 

Das Bild zeigt einen Strauch einer abblühenden Kornelkirsche als Unterbau in einem Kiefern-Eichen-Ahorn-Mischwald in den Seddinbergen bei Müggelheim in den Berliner Forsten.

Bild 1: Ein Strauch einer im Verblühen begriffenen Kornelkirsche als Unterbau in einem Kiefern-Eichen-Ahorn-Mischwald in den Seddinbergen bei Müggelheim (Berliner Forsten).

 

Die Kornelkirsche gehört zu den zeitigen Frühblühern, deren gelbe Blüten an den sonst noch blattlosen Trieben als erste Zeichen des sich nahenden Frühlings wahrgenommen werden. Sie ist keine eigentliche Winterblüherin wie beispielweise die ebenfalls oft gelb blühende Zaubernuss (Blüte bei dieser schon ab Januar möglich) oder die ebenfalls etwas früher blühende rotblütige Parrotie. Die Blütezeit der Kornelkirsche beginnt in der Regel in der zweiten Februarhälfte und zieht sich im Tiefland noch bis in den März hinein.

Die ebenfalls gelb blühende Forsythie blüht dagegen erst ab den ersten Lenztagen im März bis in den April-Beginn hinein. Ihre Blüten sind vom Gelbton her satter als die Blüten der Kornelkirsche, was an den Anteilen der weißlichen Staubblätter bei der Kornelkirsche herrührt.

Die Blütenstände der Kornelkirsche bestehen aus 10 – 25 doldenartig angeordneten Einzelblüten. Ein Blütenstand bricht dabei aus einer Knospe, die 4 derbe Einzelschuppen aufweist, welche sich zur Blütezeit in gelbgrünliche Hochblätter verwandeln. Die kleinen Einzelblüten sind zwittrig, bestehen aus 4 gelben Kronblättern, die gerade mal 3 mm von der Länge messen, und weisen ein ringförmiges Polster aus Nektardrüsen auf (Bild 2, 3 und 5).

Bestäubt werden die Blüten von Insekten. Daher stellen die Sträucher eine wertvolle Bienenweide in den auftretenden Wärmephasen des Vorfrühlings dar.

 

Das Bild zeigt die doldenartig verteilten kleinen Einzelblüten mit ihren 4 gelben Kronblättern. Sie öffnen sich im zeitigen Vorfrühling, hier im März 2021 im Kosmosviertel. Gut zu erkennen sind auch die 4 derben Knospenschuppen.

Bild 2: Die doldenartig verteilten kleinen Einzelblüten mit ihren 4 gelben Kronblättern öffnen sich im zeitigen Vorfrühling, hier im März 2021 im Kosmosviertel. Gut zu erkennen sind auch die 4 derben Knospenschuppen.

 

Das Bild zeigt die insgesamt gelb erscheinenden Blütenstände der Kornelkirsche, bestehend aus einer Vielzahl von doldenartig angeordneten Einzelblüten. Die Staubblätter sind jedoch weiß. Hier Mitte Februar 2020 im Kosmosviertel.

Bild 3: Die insgesamt gelb erscheinenden Blütenstände der Kornelkirsche bestehen aus einer Vielzahl von doldenartig angeordneten Einzelblüten. Die Staubblätter sind jedoch weißlich. Hier Mitte Februar 2020 im Kosmosviertel.

 

Das Bild Blüten an einer Kornelkirsche, die, wie hier, oft schon ab Mitte Februar zu blühen beginnt. Die gelben Blüten sind dabei sehr auffällig. Hier ein Ausschnitt aus einem Strauch im Bereich am Pegasuseck im Kosmosviertel.

Bild 4: Die Kornelkirsche beginnt oft schon ab MItte Februar zu blühen. Die gelben Blüten sind dabei sehr auffällig. Hier ein Ausschnitt aus einem Strauch im Bereich am Pegasuseck im Kosmosviertel.

 

Das Bild zeigt die Blütenstände der Kornelkirsche, bestehend aus doldenartig angeordneten Einzelblüten, wie hier im Stadium kurz nach der Blüte gut zu sehen ist. Hier entwickeln sich aus den Fruchtknoten dann die kirschenähnlichen Steinfrüchte. Stadium Ende März 2020 an einem Strauch bei den Seddinbergen im Müggelwald.

Bild 5: Die Blütenstände der Kornelkirsche bestehen aus doldenartig angeordneten Einzelblüten, wie hier im Stadium kurz nach der Blüte gut zu sehen ist. Hier entwickeln sich aus den Fruchtknoten dann die kirschenähnlichen Steinfrüchte. Stadium Ende März 2020 an einem Strauch bei den Seddinbergen im Müggelwald.

 

Auch in städtischen Grünanlagen sind Kornelkirschen-Sträucher nicht selten. Teilweise erhalten diese auch einen Rückschnitt, wobei dann die Blütendichte zunächst geringer ist und in den Folgejahren dafür um so üppiger. So sind im Kosmosviertel in Altglienicke-Süd im Bereich der Venusstraße und am Pegasuseck zwischen Häusern und Gehwegen gepflanzte Kornelkirschen an verschiedenen Stellen anzutreffen (Bilder 6 und 7). Auch auf den Grünflächen an der Ecke Schönefelder Chaussee / Venusstraße sind mehrere Sträucher, z.T. mit kräftigen baumartig ausgebildeten Zentralstämmen und Stockausschlägen, zu finden (Bild 8).

 

Das Bild zeigt ein formlos ausgreifendes Gehölz einer Kornelkirsche in Nähe der Pegasus-Schule an der Venusstraße im Kosmosviertel. Hier zur Blüte im Februar 2020.

Bild 6: Ein formlos ausgreifendes Gehölz einer Kornelkirsche in Nähe der Pegasus-Schule an der Venusstraße im Kosmosviertel. Hier zur Blüte im Februar 2020.

 

Das Bild zeigt ein in der Blüte stehendes Gehölz einer Kornelkirsche an der Venustraße im Kosmosviertel im Februar 2020. Die gelbe Blütenfärbung ist wie bei der etwas später, im Laufe des März blühenden Forsythie ein Hingucker in der sonst noch kahlen Vegetation des zeitigen Vorfrühlings.

Bild 7: Ein in der Blüte stehendes Gehölz einer Kornelkirsche an der Venusstraße im Kosmosviertel im Februar 2020. Die gelbe Blütenfärbung ist wie bei der etwas später, im Laufe des März blühenden Forsythie ein Hingucker in der sonst noch kahlen Vegetation des zeitigen Vorfrühlings.

 

Das Bild zeigt blühende Sträucher der Kornelkirsche an der Ecke Schönefelder Chaussee / Venusstraße, Mitte März 2021.

Bild 8: Blühende Sträucher bzw. Bäumchen der Kornelkirsche an der Ecke Schönefelder Chaussee / Venusstraße, Mitte März 2021.

 

Die Zweig-Triebe der Kornelkirsche stehen wie bei den Ahornen streng gegenständig, d.h. zwei Triebe liegen sich direkt gegenüber (Bild 5). Ebenso sind die länglich eiförmigen Laubblätter gegenständig angeordnet. Die Blätter zeigen glatte Ränder und sind im selben Winkel zugespitzt wie sie sich zur Basis verschmälern. Auffällig sind die 3 – 5 bogigen, zur Spitze weisenden Blattadern. Die Unterseiten der Blätter sind heller, da stärker flaumig behaart als die Blattoberseiten.

 

Die Früchte sind rote, bis zu 2 cm lange Steinfrüchte von leicht eiförmig-länglicher Gestalt. Sie sind ab August an den Sträuchern sichtbar. Die leuchtend rote Farbe wird durch den Haut-Überzug verursacht und zieht Vögel an, die diese Früchte gern verzehren und so zur Verbreitung der Samen beitragen.

 

Die Kornelkirsche liefert ein sehr hartes und stabiles, aber auch elastisches Holz. Im Mittelalter noch wurden aus diesem Holz hochwertige Bogenwaffen hergestellt. Sonst wird es nach wie vor für Werkzeugschäfte, Leitersprossen, Lineale und Präzisionswerkzeuge verwendet.

 

Verfasst und mit Fotos versehen von

Detlef Kirstein, Projektleiter “Natur im Kosmosviertel”