Das Bild zeigt rosafarben blühende Japanische Zierkirschen, die sich bei sonnigem Wetter eindrucksvoll vom Blau des Himmels abheben, hier im März 2020 in der zentralen Ladenpassage des Kosmosviertels.

Rosafarben blühende Japanische Zierkirschen in der Ladenpassage des Kosmosviertels

Baum-Vorstellung

 

heute: Japanische Zierkirsche

 

Das Bild zeigt rosafarben blühende Japanische Zierkirschen in der zentralen Ladenpassage des Kosmosviertels zu Aprilbeginn 2021. Sie gehören, genauso wie die hier noch kahlen Urweltmammutbäume neben ihnen, zu den gestalterischen Elementen des zentralen Grünzugs.

Bild 1: Weiß-rosafarben blühende Japanische Zierkirschen in der zentralen Ladenpassage des Kosmosviertels zu Aprilbeginn 2021. Sie gehören, genauso wie die hier noch kahlen Urweltmammutbäume (links anschließend), zu den gestalterischen Elementen des zentralen Grünzugs.

 

Unter den in Europa am häufigsten anzutreffenden Zierkirschen sind die zahlreichen Sorten der Art Prunus serrulata zu nennen, die gänzlich in Japan gezüchtet wurden. Die Art wird auch als Japanische Blütenkirsche bzw. Grannenkirsche bezeichnet, wobei neben normalblütigen, fünf Kronblätter aufweisenden Blüten von dieser Art oft auch beliebte Zuchtsorten mit dicht gefüllten Blüten existieren (Bilder 13 und 14). Eine andere Japanische Blütenkirsche ist die Yoshino-Kirsche (Prunus x yedoensis), ein durch Kreuzung entstandener Bastard mit schneeweißen Blüten, deren Bäume ebenfalls schon teils im März aufblühen. Die ebenfalls aus Japan stammende Higan-Kirsche (Prunus subhirtella) ist neben Prunus serrulata die bei uns am häufigsten angepflanzte Zierkirsche. Von ihr dominieren Blüten mit, normal auftretend, fünf Kronblättern. Die Farben der Sorten reichen von schneeweiß über weiß-rosa bis fast zu rot.

Normalblütige Sorten zeigen ihre Blüten oft schon recht zeitig, so teilweise schon im März, vorhergegangene warme Spätwinterphasen vorausgesetzt (Bilder 5, 7 und 8). Aber spätestens zu April-Beginn leuchten ihre blütenbehangenen Kronen allerorts auf. Die Zierkirschen sind die ersten aufblühenden Kirschen im Frühjahr. Sie blühen noch vor den Obstkirschen wie der Vogel- oder Süßkirsche oder der Sauerkirsche (Weichsel).

Im Kosmosviertel begannen die Blüten sich im Jahr 2021 kurz nach Ostern, also zu April-Beginn, voll zu öffnen (Bilder 1 bis 4, und 6). Nach dem “ausgefallenen” Winter des Jahres 2020 da schon im März blühend, zeigen in diesen Tagen nach Ostern die rosa- wie auch die weißblühenden Zierkirschen ihre Blütenpracht allerorts. Und gerade diese Kombination von weiß, rosa und dem kräftigen Gelb der ebenfalls in voller Blüte stehenden Forsythien macht den Reiz hierbei aus. Aber auch die weißblühenden Zierkirschen sind im Gegenlicht an Strahlkraft kaum zu überbieten.

Im Kosmosviertel ist eine Gruppe der rosafarben blühenden Zierkirschen in der zentralen Ladenpassage zu finden, neben den noch kahlen Urweltmammutbäumen (Chinesischen Rothölzern) (Bilder 1, 6 bis 8) und den etwas später aufblühenden weißblütigen Grannen-Kirschen mit den gefüllten Blüten. Auch an anderen Stellen im Kosmosviertel sind diese Bäume zu finden, wenn auch nur verstreut.

Nachdem die Blüten als Knospen erschienen sind, öffnen sie sich dann zwar noch vor dem allgemeinen Laub-Austrieb, jedoch ist das erste Heranwachsen des Laubes an den Trieb-Spitzen fast gleichzeitig zu beobachten. Dies gilt besonders für Sorten mit rot austreibendem Laub (Bilder 2 und 3). Aber insgesamt dominiert in der Wahrnehmung auch bei diesen Zuchtsorten der Blüteneindruck im zeitigen Frühjahr (Bild 1 sowie Bilder 6 bis 12).

 

Das Bild zeigt die Zweige einer Japanischen Zierkirsche mit leicht rosafarbenen Blüten im Kosmosviertel, April 2021.

Bild 2: Zweige mit leicht rosafarbenen Blüten an einer Japanischen Zierkirsche im Kosmosviertel, April 2021

 

Die Blüten öffnen sich bei länger anhaltenden warmen Witterungen teilweise schon im März, was im Jahr 2020 unter anderem im Kosmosviertel zu beobachten war (Bilder 5 sowie 7 bis 12).

Die ungefüllten Blüten zeigen den typischen Aufbau der Blüten der Naturformen der Rosengewächse. Neben der Zwittrigkeit sind sie stets fünfzählig, d.h., dass 5 Kronblätter radialsymmetrisch angeordnet sind. Zahlreiche mehr oder minder lange Staubblätter mit deutlich sichtbaren Staubbeuteln ragen aus dem Blütenkelch. Die Stiele der Staubblätter sind meist weißlich, teils auch grünlich wie z.B. bei der Mehlbeere. Die Staubbeutel sind bei den hier beschriebenen Zierkirschen rötlich-braun (Bilder 3 bis 5). Narbe und Griffel der weiblichen Blütenanteile sind zentral plaziert und enden in einem Fruchtknoten an der Blütenbasis.

Die Blütenfarben werden insgesamt durch die Kronblätter und die Außenseiten des Kelches in ihrem Eindruck bestimmt. Bei den schneeweißen Sorten sind Kronblätter, Innen- als auch Außenseiten dieser, weiß gefärbt, wogegen der Kelch selbst außen grünlich erscheint. Bei anderen, ebenfalls weiße Kronblätter zeigenden Zierkirschen sind die Kelch-Außenseiten wie auch die Blüten-Innenteile rötlich-braun gefärbt (Bild 12). Die Blütenstiele dieser weißen Sorten sind eher grünlich. Bei den verschieden rosa-gefärbten Blütensorten sind die Kelche oft sehr viel dunkler rot bzw. rotbraun gefärbt, dies trifft auch für die Blütenstiele zu, wogegen die Farbe der Kronblätter je nach Sorte von weiß mit einem sehr schwachen Rosaton, über rosa bis hin zu rot variieren kann. Die rötliche Farbe verliert sich zudem mit der Zeit vom Aufblühen bis zum Verblühen.

Kräftiger rot blühende Zuchtsorten, nicht zu verwechseln mit den hier in den Bildern gezeigten weiß-rosafarbenen zeitig blühenden Sorten, blühen zudem oft eher spät, etwa in der zweiten Aril-Hälfte bis Anfang Mai. Bei ihnen macht sich dann der zunehmende Austrieb des meist grünen Laubes auf den Gesamtfarbeindruck bemerkbar, der dann von Ferne betrachtet, zu rotgrau wechselt.

Die Bestäubung erfolgt durch verschiedene Insekten. Die Fruchtbildung erfolgt oft schon im Mai. Die Steinfrüchte sind rötlich-braun und dienen als Nahrung für verschiedene Tierarten, unter ihnen natürlich Vögel. Für die Menschen sind sie nicht genießbar. Die eßbaren Kirschen der wild in der Natur vorkommenden Vogelkirsche (Prunus avium), die kultiviert die eigentliche Süßkirsche darstellt, sind im Tiefland teils schon ab Ende Juni, aber dann auf jeden Fall im Juli genießbar, wobei sie zunächst zu röten beginnen und dann fast schwarz nachdunkeln, je reifer sie werden. Bei diesem Prozess steigt der Zuckeranteil stetig an.

Andere bei uns auftretende Kirschen-Arten sind die Traubenkirschen. Von diesen gibt es eine nur zerstreut vorkommende europäisch-asiatische Art (Prunus padus), die eher feuchte Böden liebt, und eine aus Nordamerika stammende, sich seit dem letzten Jahrhundert, auch gerade in den berlin-brandenburgischen Wäldern stark ausgebreitete Art, die Späte Traubenkirsche (Prunus serotina). Bei den Traubenkirschen stehen eine größere Anzahl von Blüten und später von Früchten in langen, traubenartigen Blüten- bzw. Fruchtständen. Im Kosmosviertel sind als Bestandteil der dortigen Grünanlagen in einigen Arealen die Europäische Traubenkirsche zu sehen, die ab Mitte April zu blühen beginnt. Die nordamerikanische Art blüht hingegen, was schon im Namen “Späte Traubenkirsche” ausgedrückt wird, später, meist erst in der zweiten Mai-Hälfte und im frühen Juni. Zur Traubenkirsche erscheint in dieser Reihe “Natur im Kosmoviertel” demnächst ein eigener Beitrag, auf den verwiesen werden kann.

 

Das Bild zeigt die geöffneten und noch geschlossenen Blüten einer weiß-rosafarben blühenden Japanischen Zierkirsche im Kosmosviertel. Hier Anfang April 2021.

Bild 3: Geöffnete und noch geschlossene Blüten einer weiß-rosafarben blühenden Japanischen Zierkirsche im Kosmosviertel. Hier Anfang April 2021.

 

Das Bild zeigt die weiß-rosafarbenen Blüten an einer Japanischen Zierkirsche im Kosmosviertel. Die Blüten sind im Gegensatz zu den Zuchtsorten mit dicht gefüllten Blüten einfach und nur mit fünf Kronblättern ausgestattet.

Bild 4: Weiß-rosafarbene Blüten an einer Japanischen Zierkirsche im Kosmosviertel. Die Blüten sind im Gegensatz zu den Zuchtsorten mit dicht gefüllten Blüten einfach und nur mit fünf Kronblättern ausgestattet. Auffällig wie bei vielen Blüten der Rosengewächse sind die langen aus den Blüten ragenden Staubblätter. April 2021.

 

Das Bild zeigt die weiß-rosafarbenen Blüten einer Japanischen Zierkirsche mit einfachen Blüten, hier im März 2020 vor dem Anne-Frank-Gymnasium im Kosmosviertel.

Bild 5: Weiß-rosafarbene Blüten einer Japanischen Zierkirsche mit einfachen Blüten, hier im März 2020 vor dem Anne-Frank-Gymnasium im Kosmosviertel.

 

Das Bild zeigt eine Gruppe von in Reihen gepflanzten Japanischen Zierkirschen in der Ladenzeile des Kosmosviertels. Hier zur Blüte Anfang April 2021.

Bild 6: Gruppe von in Reihen gepflanzten Japanischen Zierkirschen in der Ladenzeile des Kosmosviertels. Hier zur Blüte Anfang April 2021.

 

Das Bild zeigt eine Gruppe Japanischer Zierkirschen mit weiß-rosafarbenen Blüten in der zentralen Ladenpassage des Kosmosviertels, hier schon im März des Jahres 2020 blühend.

Bild 7: Eine Gruppe Japanischer Zierkirschen mit weiß-rosafarbenen Blüten in der zentralen Ladenpassage des Kosmosviertels, hier schon im März des Jahres 2020 blühend.

 

Das Bild zeigt rosafarben blühende Japanische Zierkirschen, die sich bei sonnigem Wetter eindrucksvoll vom Blau des Himmels abheben, hier im März 2020 in der zentralen Ladenpassage des Kosmosviertels.

Bild 8: Bei sonnigem Wetter heben sich die rosafarben blühenden Zuchtsorten der Japanischen Zierkirschen besonders eindrucksvoll vom Blau des Himmels ab, wie hier im März 2020 in der Ladenpassage des Kosmosviertels.

 

Der dekorative Eindruck der im zeitigen Frühjahr aufblühenden Zierkirschen wird in Farbkombinationen mit anderen frühblühenden Gehölzen noch gesteigert, so z.B. mit der kräftig gelb blühenden Forsythie. Die ebenfall gelb blühende Kornelkirsche (ein Hartriegelgewächs !) ist dann meistens schon im Verblühen begriffen, weswegen diese Sträucher bzw. baumartigen Sträucher nicht in der Nähe der Zierkirschen zu finden sind, anders als die Forsythie, die gleichzeitig mit den Zierkirschen blüht (Bilder 9 und 10).

 

Das Bild zeigt die im Frühjahr bunt erscheinende Natur, die dies vor allem Frühblühern verdankt, die kurz vor dem Laub-Austrieb ihre Blüten öffnen, darunter verschiedene Kirschen-Arten wie die Zierkirsche und die gelb blühende Forsythie. Hier im Kosmosviertel in der Grünanlage am Anne-Frank-Gymnasium.

Bild 9: Die im Frühjahr bunt erscheinende Natur verdankt dies vor allem Frühblühern, die kurz vor dem Laub-Austrieb ihre Blüten öffnen, darunter verschiedene Kirschen-Arten wie die Zierkirsche und die gelb blühende Forsythie. Hier im Kosmosviertel in der Grünanlage am Anne-Frank-Gymnasium.

 

Das Bild zeigt weiß- und rosafarben blühende Zierkirschen, kombiniert mit den gelb blühenden Forsythien, in der park-ähnlichen Grünanlage im Süden des Kosmosviertels.

Bild 10: Weiß- und rosafarben blühende Zierkirschen, kombiniert mit den gelb blühenden Forsythien, in der park-ähnlichen Grünanlage im Süden des Kosmosviertels

 

Das Bild zeigt rosafarben blühende Japanische Zierkirschen an Häusern im Südabschnitt des Kosmosviertels, außerhalb des zentralen Günzugs.

Bild 11: Neben den Arealen des zentralen Günzugs stehen im Kosmosviertel auch an verschiedenen anderen Stellen Japanische Zierkirschen, wie hier im Südabschnitt an den Häusern in Nähe der Schönefelder Chaussee.

 

Das Bild zeigt Zweige einer weißblühenden Zierkirsche im südlichen Kosmosviertel. Weitere Bäume stehen hier verstreut. Zweite Märzhälfte 2020.

Bild 12: Zweige einer weißblühenden Zierkirsche im südlichen Kosmosviertel. Weitere Bäume stehen hier verstreut. Zweite Märzhälfte 2020. Blüteninnenbereiche wie auch die Außenbereiche des Kelches sind rötlichbraun gefärbt.

 

Zuchtsorten mit gefüllten Blüten

 

Bei diesen Zuchtsorten sind durch die Umwandlung von Staubblättern in zusätzliche Kronblätter die Anzahl der Kronblätter der sonst von Natur aus 5 Kronblätter zeigenden Blüten so stark erhöht worden, dass die Blüten dicht gefüllt erscheinen. Die Blüten sind dann meist steril. Mit dieser spiralig-rosettenartigen Anordnung der Kronblätter sprechen sie unser Ästhetik- und Harmonie-Empfinden an und besitzen daher einen hohen dekorativen Wert. Zudem besitzen die Kronblätter wellige Ränder und sind oft wesentlich größer als die der Sorten mit naturnahen Blüten. So wie es eben auch bei Rosenzüchtungen der Fall ist.

So sind Zierkirschen mit gefüllten Blüten oft auch als Straßenbäume im Bereich der Abgrenzung zu städtischen Wohnanlagen zu finden. Als Beispiel seien Bäume in der Müggelheimer Straße in Köpenick genannt (Bilder 13 und 14). In Grünanlagen und Parks sind sie eher solitär gepflanzt, gemischt bzw. kombiniert mit anderer Vegetation. Neben rosafarbenen Blüten gibt es von diesen Blütenzüchtungen auch reinweiße Blüten, so ebenfalls in der Ladenpassage des Kosmosviertels. Oft sind die Blühzeiten der jeweiligen Farben zudem versetzt, um eine Staffelung der Blüten-Präsentation über einen längeren Zeitraum hinweg zu erreichen. So blühen die weißen, gefüllte Blüten tragenden Blütenkirschen im Kosmosviertel erst eher in der zweiten April-Hälfte. Im Jahr 2020 mit dem “ausgefallenen” Winter blühten die rosafarbenen normalblütigen Zierkirschen im Komsmosviertel in der zweiten Märzhälfte, die weißen, gefüllte Blüten tragenden Bäume Anfang April.

 

Das Bild zeigt die rosettenartig dicht gefüllten Blüten einer Zuchtsorte der Japanischen Blütenkirsche mit rosafarbenen Blütenblättern. Hier als Straßenbaum in Köpenick, Müggelheimer Straße, April 2020.

Bild 13: Rosettenartig dicht gefüllte Blüten einer Zuchtsorte der Japanischen Blütenkirsche mit rosafarbenen Blütenblättern. Staubblätter sind hierbei zu Kronblättern umgezüchtet worden. Hier als Straßenbaum in Köpenick, Müggelheimer Straße, April 2020.

 

Das Bild zeigt einen Ast mit den gegen den blauen Himmel in harmonischem Kontrast stehenden rosafarbenen Blüten einer Zuchtsorte der Japanischen Blütenkirsche mit gefüllten Blüten.

Bild 14: Ein Ast mit den gegen den blauen Himmel in harmonischem Kontrast stehenden rosafarbenen Blüten einer Zuchtsorte der Japanischen Blütenkirsche mit gefüllten Blüten. Die Blüten sind hier jetzt voll geöffnet (April 2020).

 

Verfasst und mit Fotos versehen von

Detlef Kirstein, Projektleiter “Natur im Kosmosviertel”