Das Bild zeigt in Reihe gepflanzte Schnurbäume im zentralen Grünzug des Kosmosviertels etwa in Höhe des Kiezladens WaMa.

In Reihe gepflanzte Schnurbäume im zentralen Grünzug des Kosmosviertels etwa in Höhe des Kiezladens WaMa, September 2019.

 

 

Bäume im zentralen Grünzug des Kosmosviertels

 

Nördlicher Abschluss des zentralen Grünzuges in Nähe der Venusstraße

 

Hier ist als Abschluss des nördlichen Endes des zentralen Grünzuges bzw. als Eingang zu diesem eine architektonische Gestaltung gewählt worden, die Elemente kreisförmig zu einem Ensemble vereint. Dies sind zum einen halbkreisförmig angeordnete gemauerte Steinsäulen, zwischen denen sich Sitzgelegenheiten befinden, zum anderen, als ausdrucksmäßige Verstärkung, ringförmig angeordnete Baumbepflanzungen aus Birken und Hainbuchen (Bilder 1 und 2).

Eventuell handelt es sich bei den Birken um die aus Nordamerika (Kanada) stammende Papierbirke mit besonders weißblättriger Rinde. Bei den Hainbuchen fallen die besenartig steil aufwärts gerichteten, dicht verzweigten Kronen auf, was typisch für Hainbuchen ist.

Es scheint sich jedoch herauszustellen, dass die Birke unter den Folgen der Klimaerwärmung und den damit gehäuft auftretenden Trockenstressphasen als Stadtbaum stärker zu leiden hat, als die in dieser Hinsicht robustere Hainbuche. Dies ist auch in den Bereichen des Grünzuges im mittleren Abschnitt, etwa in Höhe des Kiezladens WaMa, an den hier geschädigten Birken zu beobachten.

 

Bild 1: Von der Venustraße gut einzusehen ist das nördliche Ende des zentralen Grünzuges. Die bisherige Anlage zeigt ringförmig angeordnet Birken, ergänzt durch einige Hainbuchen weiter inwärts. Hier im November 2021.

 

Bild 2: In der Anlage eines Rondells konzipiert, sind am nördlichen Abschluss des zentralen Grünzuges zwei innere Kreise aus gemauerten Säulen, umrahmt von ringförmig angeordneten Baumbepflanzungen aus Birken und einigen Hainbuchen, zu finden. Sitzgelegenheiten sollen hier zum Verweilen und Ausruhen einladen (November 2021).

 

Im gemeinsamen Zentrum der zwei gedachten Kreise, die von den gemauerten Steinsäulen halbkreisförmig gezeichnet werden, ist eine Skulptur aus Steinen platziert. Hierbei handelt es sich um die annähernd hexagonalen (6-seitigen) Prismen von Basaltsäulen, die eine geschliffene Granitsteinkugel tragen (Bild 3). Eine zweite, aus kreisförmigen Elementen bestehende Anlage ist im zentralen Kosmosviertel, ebenfalls als Teil der Grünzuggestaltung, zu finden. Gemauerte Säulen und querliegende Holzverbindungen assoziieren hier einen Vergleich mit der jungsteinzeitlichen Anlage von Stonehenge in England. Als dendrologische Elemente sind dort, als äußere Umfassung die Anlage ergänzend, ebenso kreisförmig angeordnet, Hainbuchen gepflanzt.

Als Anschluss an diese Anlage und im weiteren Verlauf des Grünzuges ist, abschüssig dem Gelände angepasst, eine sich schlängelnde Vertiefung zu sehen, die ein Tälchen mit einem trocken gefallenen Bachlauf simulieren soll. Kleine „Brücken“-Überquerungen in den Wegverläufen waren hier noch vor nicht allzu langer Zeit vorhanden. Durch Naturstein sind außerdem Beckenvertiefungen eingefasst. An verschiedenen Stellen liegen oder lagen Findlingsblöcke aus skandinavischen Gesteinen, die mit der letzten Vereisung (Weichsel-Vereisung) u.a. auch in den Berliner Raum gelangt sind, und bei Ausschachtungsarbeiten in den Moränen des Untergrundes (Teltow-Hochfläche) vorgefunden und ausgegraben wurden.

Einige im Rahmen der beginnenden Bauarbeiten aus dem zentralen Grünzug entfernte Findlingsblöcke sind wieder, nicht weit entfernt, für eine neu zu gestaltende Grünanlage an der Venusstraße, in Nachbarschaft zu einem Fitnesscenter, verwendet worden.

Linden umrahmen beidseitig den Grünzug im Abschnitt mit der als Talboden gestalteten Fläche. In der Ferne sind bereits einige Sal-Weiden zu sehen (Bild 3), die den weiteren Verlauf des Grünzuges in einer Art von Sichtachse erkennbar machen.

 

Bild 3: Im Zentrum der aus kreisförmig angeordneten Elementen gestalteten Anlage am Nordabschluss des zentralen Grünzuges ist eine steinerne, geschliffene Granitkugel in hexagonalen Basaltsäulen eingefasst. An einem nebeligen Novembertag kommt eine mystische Stimmung auf. Im Hintergrund links und rechts sind Linden mit ihren abwärts gebogenen unteren Ästen zu sehen.

 

 

Der Teich

 

Noch ist der Teich vorhanden. Sein Wasserstand war jedoch in diesem Jahr bereits ab dem Sommer recht niedrig. Die sich im Wasser spiegelnde randliche Vegetation, die als dichte Vegetation um den Teich herum wahrgenommen wird, lässt eine Stimmung aufkommen, die die städtische Bebauung ringsum vergessen lässt bzw. diese auf versöhnliche Weise integriert (Bilder 4 und 5). Auch die Schwarz-Erlen simulieren eine Ufer-Vegetation, da diese Baum-Art entlang der Gewässer, so auch Berlins und Brandenburgs, als natürlicher Bewuchs vorzufinden ist. Die Baumgestalten (Habitus) der Schwarz-Erle sind dabei durch ihre schlanken, säulenartigen Kronen gekennzeichnet, wobei von ihren ausgeprägten, oft geraden Zentralstämmen die Äste ziemlich regelmäßig abgehen. Die Schwarz-Erlen blühen im März, wobei die männlichen Kätzchen auffallend stäuben. Der Baum ist ein Windbestäuber. Bienen sammeln jedoch auch den Pollennektar der männlichen Blütenkätzchen. Aus der Erlenblüte gewonnener Honig wird von den Imkern ebenfalls angeboten.

Eine dominante einzelne Trauer-Weide ziert die „Ufer“-Vegetation. Diese blüht im April. Männliche und weibliche Blüten in ihren jeweiligen Kätzchen sind bei den Weiden auf verschiedene Bäume verteilt. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten.

Seerosen und die im Mai blühende Europäische Sumpfschwertlilie (gelbblühend) gehören zu den im Wasser stehenden Pflanzen.

 

Bild 4: Der Teich im zentralen Grünzug ist als Feuchtbiotop wie auch als besinnlicher Ort mit seinem ganz eigenen Charakter in Verbindung mit der umgebenden Vegetation bisher ein wesentliches Element des Grünzuges gewesen. Hier mit den blühenden Seerosen im Juli 2021. Im Vordergrund sind die Laubblätter der Schwarz-Erlen zu sehen.

 

Bild 5: Noch im November zeigt die Trauerweide am Teich im Kosmosviertel ihr Herbstlaub. Links sind die schon kahlen Schwarz-Erlen mit ihren recht gerade verlaufenden Zentralstämmen. Die männlichen Kätzchen sind bei der Erle jedoch schon im Spätherbst in der Krone sichtbar. November 2021.

 

 

Mittlerer Abschnitt des Grünzuges im Bereich der Ladenpassagen

 

In diesem Areal ist als Bestandteil des zentralen Grünzuges eine Anzahl von in Reihe gepflanzten Exemplaren des Japanischen Schnurbaumes anzutreffen (Bilder 6 und 7). Ein Großteil dieser wahrscheinlich schon aus der Erstphase der Gestaltung der Grünanlagen im Kosmosviertel stammenden Bepflanzung ist noch vorhanden. Im hinteren Bereich (aus Sicht der Ladenpassagen), wo eine Fläche, die mit Birken bepflanzt ist bzw. war, angrenzt, sind in den letzten Jahren jedoch auch dort stehende Schnurbäume vertrocknet.

Der Japanische Schnurbaum, genannt auch Pagodenbaum, ist ein in den städtischen Grünanlagen Berlins recht häufig anzutreffende Baum-Art. Er ist dem städtischen Klima gegenüber recht robust und widerstandsfähig. In der Altstadt von Köpenick, deren Areale jedoch, da diese von Gewässern umgeben wird, über eine ausreichende Luftfeuchtigkeit auch in Trockenperioden des Sommers verfügen, sind einige recht stattliche Exemplare des Schnurbaums im Luisenhain zu bestaunen.

Der Japanische Schnurbaum, der eigentlich aus China stammt und in Japan nachträglich kultiviert wurde, gehört zu den Schmetterlingsblütlern. Unter diesen ist er auch mit der ursprünglich aus Nordamerika stammenden Robinie (Falsche Akazie), die sich in Mitteleuropa jedoch mittlerweile invasiv ausgebreitet hat, verwandt. Während die Robinie im Juni blüht, ist der Japanische Schnurbaum ein ausgesprochener Spätblüher. Seine cremeweißen, in Rispen sitzenden Schmetterlingsblüten öffnen sich erst ab dem Juli. Oft blüht der Baum erst im August. Die Blütenrispen mit den noch geschlossenen Knospen zeigen sich oft erst im Juli. Die sich entwickelnden Früchte sind Hülsen, die Einschnürungen zeigen, die die Kammern mit den Samen perlschnurartig aufgereiht aussehen lassen (Name!). Hinzuweisen ist auf einen gesonderten Beitrag auf dieser Homepage in der Rubrik „Natur im Kosmosviertel“ zu dieser Baum-Art.

 

Bild 6: Eine ganze Anzahl von Japanischen Schnurbäumen steht im mittleren Abschnitt des zentralen Grünzuges. Diese Grünanlage wird hier von Ladenpassagen eingefasst. Hier präsentieren sich die bereits hoch gewachsenen Schnurbäume im letzten Herbstlaub im Oktober 2021.

 

Das Bild zeigt in Reihe gepflanzte Schnurbäume in der zentralen Ladenzeile des Kosmosviertels. Sie sind Bestandteil des Grünzuges und hier von einer Pergola flankiert.

Bild 7: In Reihe gepflanzte Schnurbäume in der zentralen Ladenzeile des Kosmosviertels. Sie sind Bestandteil des Grünzuges und hier von einer Pergola flankiert. Beide Elemente, die Reihe aus Baumkronen wie auch die Pergola sind wichtig zur Beschattung (Sommer 2020).

 

Im Sommer farblich mit ihrem Laub harmonisch kontrastierend, stehen als Baumbepflanzungen im mittleren Bereich des zentralen Grünzuges Urweltmammutbäume in unmittelbarer Nähe zu rotblättrigen Japanischen Zierkirschen (Bild 8). Hier, von Ladenpassagen umgeben, laden die Zierkirschen außerdem dazu ein, unter ihrem Schatten in gastronomischen Einrichtungen zu verweilen. Hecken von Hainbuchen, regelmäßig beschnitten, ergänzen die gartenarchitektonische Gestaltung in diesem Areal des Grünzuges und trennen auch die Wege von den Grünflächen.

In diesem Abschnitt fällt die Dreiergruppe aus Urweltmammutbäumen auf. Die zwar noch nicht allzu großen Bäume gehören als Exoten zu den besonders interessanten Arten unter den Bäumen im Kosmosviertel. Ein in Europa noch seltenerer Baum, der aber im Kosmosviertel anzutreffen ist, ist der Geweihbaum, auch Kentucky-Coffeetree genannt. Er steht mit einem männlichen und einem weiblichen Exemplar, nah zueinander gepflanzt, in einer Grünanlage an der Schönefelder Chaussee (siehe zu dieser Baum-Art und auch zum Urweltmammutbaum ebenso die gesonderten Beiträge auf dieser Homepage in der Rubrik „Natur im Kosmosviertel“).

Ein weiteres Exemplar des Urweltmammutbaumes steht nicht weit entfernt von dieser Dreiergruppe am Weg, der auf den Kiezladen WaMa zuläuft, etwa im Abschnitt mit den im Frühjahr weißblühenden Japanischen Blütenkirschen, die im Sommer grünes Laub tragen (Bild 10).

Der Urweltmammutbaum, auch als Chinesisches Rotholz in Anlehnung an den Begriff „Redwood“ für die nordamerikanischen Mammutbäume (wegen des rötlich-braunen Holzes) bezeichnet, ist ein im Herbst laubabwerfender sommergrüner Baum. Die zwei nordamerikanischen Arten sind hingegen immergrün.

Im Frühjahr, wenn das frische, fiederblättrige Laub der Kurztriebe austreibt, sind die Urweltmammutbäume in ihrer Erscheinung hellgrün (Bild 9). Die Astzuwächse erfolgen über die Langtriebe, deren Nadelblättchen umlaufend um die Triebachsen angeordnet sind. Bei den Fiederblättchen der Kurztriebe sind die flachen oder flächigen Nadelblättchen zweizeilig am Trieb angeordnet und dabei ebenfalls flächig ausgerichtet.

Bereits im März blühende Japanische Zierkirschen mit rosafarbenen Blüten stellen eine weitere Kirschen-Art neben der weißblühenden Grannenkirsche in diesem Abschnitt des zentralen Grünzuges dar. Diese Kirschen sind reine Zierkirschen, die aber anders als die Grannenkirschen mit ihren gefüllten Blüten, Kirschenfrüchte ausbilden. Diese Früchte sind aber nur für Tiere wie z.B. Vögel genießbar. Die Laubblätter besitzen bei dieser Varietät, die hier im Kosmosviertel anzutreffen ist, einen hohen Zierstatus, da sie auffallend dunkelrot gefärbt sind (Bild 8), besonders im Frühjahr und Sommer über.

 

Bild 8: Blick in den zentralen Teil des Grünzuges, der hier die Ladenpassagen durchschneidet bzw. begleitet. Von bestimmten Standorten aus sind die sich farblich gut kontrastierenden Baumkronen der grünen Urweltmammutbäume und der im Sommer dunkelrotes Laub tragenden Japanischen, frühblühenden Zierkirschen zu sehen. Sommer 2021. Die Farbgestaltung der Bebauungen im Hintergrund mit ihrem Himmelblau ergänzt harmonisch diesen Eindruck.

 

Bild 9: Im Bereich der Ladenpassagen stehen in Nähe eines Einkaufscenters eine Dreiergruppe von Urweltmammutbäumen. Diese nur sommergrünen Vertreter aus der Familie der Sumpfzypressen werden wegen ihrer Ursprungsheimat auch als Chinesische Rothölzer bezeichnet. Hier präsentieren sie sich im hellen Maigrün im Jahr 2021. Links daneben stehen Japanische Schnurbäume.

 

Eine weitere Baum-Art im mittleren Bereich des zentralen Grünzuges stellen die weißblühenden Japanischen Blütenkirschen dar, auch als Grannenkirschen bezeichnet. Diese blühen im April, ebenfalls noch vor dem Laub-Austrieb, wobei ihre gefüllten Blüten einen großen Zierwert besitzen. Für Insekten sind sie leider weniger geeignet (Bild 10). Die weiß-blühende Varietät (es gibt auch rosafarbige Varietäten) erinnert in ihrer Blütephase an den Anblick schneebedeckter Zweige.

 

Bild 10: Im mittleren Abschnitt des zentralen Grünzuges stehen ebenfalls verschiedene Sorten von Zierkirschen. Die weißblühenden Japanischen Blütenkirschen mit ihren gefüllten Blüten fallen zu April-Beginn besonders auf. Rechts daneben ist ein weiterer, allerdings solitär stehender Urweltmammutbaum zu sehen, der jedoch noch weitgehend kahl ist. April 2021.

 

Im Bereich des zentralen Grünzuges, der südlich aus den Arealen mit den Ladenpassagen herausführt und zur Siriusstraße leitet, sind gestalterische Elemente in Form von Pergolen als Elemente des alten zentralen Grünzuges anzutreffen. Diese sollten zum Flanieren und Verweilen, da hier ebenfalls Sitzgelegenheiten montiert waren, einladen. Eine Reihe von Linden begrenzt die Sicht auf ein großes Gebäude eines Einkaufscenters (Bild 11). Auch Büsche aus Scheinzypressen als Nadelgehölz-Vertreter waren hier integriert.

Eine einzelne, solitär stehende Scharlach-Eiche zeigt hier im Oktober sehr dekorativ ihr intensiv blutrotes Herbstlaub (Bild 11). Scharlach-Eichen sind wegen ihrer Robustheit zunehmend beliebt als Pflanzungen in städtischen Grünanlagen und als Straßenbäume anzutreffen. Wer aufmerksam durch Berlin geht, kann dies feststellen.

Die Baum-Art stammt aus dem östlichen Nordamerika. Ihre tiefgebuchteten, fast geschlitzten Blätter, die im Gegensatz zu den Laubblättern unserer heimischen Eichen, der Trauben- und der Stiel-Eiche, in Spitzen auslaufende Lappen aufweisen, sind auffallend und recht dekorativ. Hinzuweisen ist auch bei dieser Baum-Art auf einen gesonderten Beitrag in der Rubrik „Natur im Kosmosviertel“ auf dieser Homepage.

Die weit ausladenden, fast horizontal verlaufenden unteren Äste der Krone des im Kosmosviertel stehenden Exemplars mussten in diesem Jahr, auch wegen der beginnenden Arbeiten zur Umgestaltung des Grünzuges, leicht gestutzt werden (Bild 11).

 

Bild 11: Der zentrale Grünzug wird durch die Siriusstraße unterbrochen. Nördlich setzt er sich zu den Ladenpassagen hin fort. Eine solitär stehende Scharlach-Eiche zeigt hier im Herbst ihr kräftig rotes Herbstlaub. Im Hintergrund sind Linden in ihrem gelben Laub zu sehen sowie auch im Sommer rotblättrige Zierkirschen. Rechts ist das gelb und rotorange Laub des Spitz-Ahorns ein Augenfang (Ende Oktober 2021).

 

 

Abschnitt im mittleren Teil des Grünzuges südlich der Siriusstraße

 

Südlich der Siriusstraße setzt sich der zentrale Grünzug mit einer Anzahl von gestalterischen Elementen fort. Zu diesen gehören Pergolen in ähnlicher Ausführung wie in den nördlich der Siriusstraße befindlichen Abschnitten.

Eine auffallende Baum-Art ist hier die Rotblühende Rosskastanie (Bilder 12 und 13). Der im Mai blühende Baum lockt zahlreiche Insekten an, die die zwittrigen Blüten der großen, fast aufwärts stehenden Blütenrispen besuchen. Die Rotblättrige Rosskastanie ist eine aus der Kreuzung von Gemeiner Rosskastanie (Blüten mehrheitlich weiß gezeichnet) und Roter Pavie entstandene Art. Die Rote Pavie hat ihre Ursprungsheimat in Nordamerika. Die Blüten der Rotblättrigen Rosskastanie zeigen nicht nur rote und rosarote Farben, sondern auch Weißtöne und gelbliche Innen-Zeichnungen bzw. Muster.

Auch die Weißblühende Rosskastanie ist ursprünglich nicht in Mitteleuropa beheimatet gewesen. Sie stammt vom Balkan und hat wahrscheinlich auch in Kleinasien ihre Heimat. Als Stadtbaum, hier vor allem als robuster Straßenbaum, ist sie in MItteleuropa schon lange etabliert. Die aus dem Balkangebiet vor einigen Jahrzehnten eingeschleppte Miniermotte machte ihr aber anfangs sehr zu schaffen. Die Laubblätter werden dabei von deren sehr kleinen Larven tunnelartig zerfressen. Mehrere Verpuppungsstadien und mehrere Miniermotten-Generationen im Jahr, gerade in trockenen Jahren, führten zur starken Schwächung der Bäume. Die darauf einsetzenden Laubentfernungs- und Entsorgungs-Maßnahmen haben wieder zu einem spürbaren Rückgang im Mottenbefall geführt.

Das Laub der Rotblättrigen Rosskastanie ist dabei insgesamt weniger stark betroffen gewesen.

Die Oberflächen der Laubblätter der Rotblättrigen Rosskastanie sind eher glatt und nicht so rau wie bei der Gewöhnlichen Rosskastanie. Außerhalb der Blütezeit kann man an diesem Merkmal die beiden Arten recht sicher unterscheiden.

Im Kosmosviertel stehen im Grünzugbereich südlich der Siriusstraße, ebenfalls in Reihe gepflanzt und zum Verlauf des Grünzuges hin ausgerichtet, mehrere Rotblühende Rosskastanien (Bilder 12 und 13).

 

Bild 12: Im südlichen Abschnitt des bisherigen zentralen Grünzuges ist eine auf Sichtachsen setzende Gestaltung unverkennbar. Im annäherndem Nordost-Südwest-Verlauf zieht sich hier eine weitere Pergola, die von geschnittenen Hainbuchen-Hecken, aber auch von größeren Bäumen wie der Rotblühenden Rosskastanie eingerahmt wird. Dazu sind Rasenflächen vorhanden. Mai 2021.

 

Bild 13: Im südlichen Abschnitt des zentralen Grünzuges steht eine Reihe von Rotblühenden Rosskastanien. Diese wurden parallel zum Verlauf des Grünzuges gepflanzt und begrenzen diesen an einer Seite. Auch ein Weg wird hier beschattet. Im Monat Mai stehen die Kastanien in voller Blüte, hier im Frühjahr 2021.

 

 

Lärchen im Kosmosviertel

 

Außer den Urweltmammutbäumen befinden sich auch andere, ebenfalls auffallende Nadelgehölze im zentralen Grünzug. Als Beispiel ist die Gruppe aus Europäischen Lärchen im Bereich südlich der Siriusstraße zu nennen. Im Herbst ab November färbt sich das Nadellaub, bevor es im Ganzen vom Baum abgeworfen wird, intensiv gelb und verleiht den Gehölzen in dieser Jahreszeit eine attraktive Wirkung (Bild 14). Gerade in diesen Spätherbsttagen ist die Mehrheit der umgebenden Laubbäume bereits kahl.

 

Bild 14: Im südlich der Siriusstraße gelegenen Abschnitt des zentralen Grünzuges findet sich, von einem Weg-Dreieck umgeben, eine Gruppe von Europäischen Lärchen. Hier im November 2021, zeigen sie die beginnende gelbe Laubverfärbung.

 

 

Lauben im Süden des Grünzuges, Nähe Anne-Frank-Gymnasium

 

Zierkirschen, sowohl die weißblühenden wie auch die rosafarbenen, sind in diesem Abschnitt als Randbepflanzungen zu finden (Bilder 15 und 16). Die Laubenbögen zieren eine als Hügel angelegte Erhöhung. Die Mispel mit ihren kleinen rotbraunen Apfelfrüchten ist hier auch zu finden, ebenso die Elsbeere mit ihren gelappten Laubblättern und ihren kleinen, länglich-ovalen Apfelfrüchtchen, die in Rispen stehen.

Weitere weiß gehaltene Laubenbögen sind im hinteren Bereich, fast ganz am Ende des Grünzuges, wie er sich bisher präsentierte, angebracht. Verschiedene Kletterpflanzen haben diese vor einiger Zeit noch umschlungen, wobei es einer entsprechenden notwendigen Pflege dieser Anlagen bedurfte. Die Möglichkeit eines Wandelns in einem von Pflanzen überdachten Tunnel erinnert an barocke Gartenanlagen.

 

Bild 15: Im Südabschnitt des zentralen Grünzuges befindet sich eine als Erhöhung gestaltete Anlage. Dieser „Hügel“ ist durch laubenartige Bögen aus verschiedenen Richtungen betretbar. Erhöht kann von dort über die Sichtachsen auf den Grünzug geschaut werden.

 

Bild 16: Zum südlichen Ende hin sind als gartengestalterische Elemente im zentralen Grünzug die Bögen eines Laubenganges zu entdecken. Hier im Frühjahr 2020 stehen die weiß- und rosafarben blühenden Zierkirschen in voller Erscheinung. Auch die gelbblühende Forsythie fügt sich in die Harmonie mit ein.

 

Auf eine Baum-Art, die sich hier am südlichen Ende des zentralen Grünzuges befindet, kann nochhingewiesen werden. Es handelt sich um den Japanischen Zier-Apfel. Seine kleinen, gelblich-roten bzw. orangen Apfelfrüchte sind im Herbst an den bereits fast kahlen, strauchartigen Bäumchen recht auffallend. Aber nicht nur dekorativ ansprechend dienen sie auch als Nahrung für viele Tiere. Die noch kleinere, aber intensiv rote Früchte zeigende Eberesche, die Mehlbeere und die Schwedische Mehlbeere sind im Kosmosviertel wiederum in Grünanlagen abseits des zentralen Grünzuges zu finden, in den Innenhöfen, die von den Wohnblöcken umschlossen werden sowie als Straßenbäume im Pegasus-Eck-Bereich (Gewöhnliche Mehlbeere).

 

Verfasst und mit Fotos versehen von

Detlef Kirstein, Projektleiter „Natur im Kosmosviertel“