Baum-Präsentation

 

heute: Der Weiße Maulbeerbaum

 

 

Das Bild zeigt ein einzeln stehendes Exemplar eines Weißen Maulbeerbaums am Westabschnitt der Venusstraße. Im Oktober ist sein Laub goldgelb gefärbt.

Bild 1: Ein einzeln stehendes Exemplar eines Weißen Maulbeerbaums am Westabschnitt der Venusstraße. Im Oktober ist sein Laub goldgelb gefärbt – hier im Herbst 2019.

 

Der Weiße Maulbeerbaum, der seine Ursprungsheimat in China hat, wird bereits seit Jahrhunderten auch in wärmeren Gebieten Mitteleuropas zur Seidenraupenzucht kultiviert. Das Blattwerk stellt hierbei eines der wichtigsten Futterlieferanten der Seidenraupen dar. Um eine möglichst große Blatternte zu erreichen, werden die Bäume regelmäßig zurückgeschnitten, was mit der Zeit zu dichten Verzweigungen führt. In Deutschland gab es in der Zeit des zweiten Weltkrieges Versuche, den Maulbeerbaum im Land zu kultivieren.

Natürlich bildet der Weiße Maulbeerbaum jedoch generell nur kleine Bäume, aber mit dünnen und geraden äußeren Trieben, wobei stärkere Äste knorrig wirken (Bilder 1 und 2).

 

Neben dem Weißen Maulbeerbaum gibt es noch den Schwarzen Maulbeerbaum, welcher ursprünglich wahrscheinlich aus Zentralasien stammt.

 

 

Das Bild zeigt ein einzeln stehendes Exemplar eines Weißen Maulbeerbaums am Westabschnitt der Venusstraße. Im Oktober ist sein Laub goldgelb gefärbt.

Bild 2: Ein einzeln stehendes Exemplar eines Weißen Maulbeerbaums am Westabschnitt der Venusstraße. Im Oktober ist sein Laub goldgelb gefärbt (Herbst 2019).

 

 

Laubblätter

 

Die Laubblätter kommen beim Weißen Maulbeerbaum in zwei Grundformen vor: ungeteilt herz- bis eiförmig auf fruchttragenden Kurztrieben (Bild 4) sowie neben diesen auch 3-5-fach gelappt an Langtrieben (Bild 3). Die belappten Blätter weisen zudem oft tiefe runde Buchten auf. Allerdings sind die gelappten Blätter sehr variantenreich. Die Ränder beider Blattypen sind allgemein grob gezähnt, nicht gesägt. Die Blätter sind recht langstielig. Am Ende sind beide Blatttypen teils mit einer aufgesetzt wirkenden Spitze versehen (Bild 4), was bei den herzförmigen Blättern eine starke Ähnlichkeit mit Lindenblättern erzeugt. Diese Spitze kann unterschiedlich lang sein, oft fehlt sie auch ganz. Die Blattoberflächen sind im Gegensatz zur Schwarzen Maulbeere fast kahl. Im Herbst färbt sich das Laub goldgelb (Bilder 1 bis 4).

Der Scharze Maulbeerbaum besitzt im Gegensatz zum Weißen Maulbeerbaum nur ungelappte Blätter. Diese zeigen ebenso wie die Blätter an den Kurztrieben des Weißen Maulbeerbaumes breitovale Formen, die an der Basis oft herzförmig zu den Stielen zurücklaufen. Eine Lappung der gezähnten Blattränder tritt beim Schwarzen Maulbeerbaum nur schwach, ohne tiefe runde Buchten, auf.

Die Laubblätter der Maulbeeren sind im Schnitt recht groß, zwischen 7 und 18 cm lang und 8 cm breit.

 

Das Bild zeigt die ei- bis herzförmigen Blattformen an den gewöhnlich fruchttragenden Kurztrieben sowie die typischen fünflappigen Blätter an den Langtrieben, die die Bestimmung des Baumes erleichtern.

Bild 3: Neben ei- bis herzförmigen Blattformen an den gewöhnlich fruchttragenden Kurztrieben treten an den Langtrieben spezifische fünflappige Blätter auf, die die Bestimmung des Baumes erleichtern (Oktober 2019).

 

Das Bild zeigt die großen Blätter des Weißen Maubeerbaumes, die auch als Futter für die Seidenraupenzucht verwendet werden. An den fruchttragenden Kurztrieben sind sie ei- bis herzförmig, mit gezähnten Blatträndern und aufgesetzter Spitze versehen.

Bild 4: Der Weiße Maulbeerbaum zeichnet sich durch große Laubblätter aus, die auch als Futter für die Seidenraupenzucht dienen. An den fruchttragenden Kurztrieben sind sie ei- bis herzförmig, mit gezähnten Blatträndern und aufgesetzter Spitze versehen.

 

 

Blüten und Früchte

 

Die männlichen Blüten des Weißen Maubeerbaumes sind langstielige Kätzchen, die gelbe Staubblätter aufweisen. Sie sind bis zu 7 cm lang und hängend. Die weiblichen Blüten sind grün, kugelig-kopfig und stehen aufrecht. Der Baum ist einhäusig. Der Schwarze Maubeerbaum zeigt dagegen nur kurze und dickliche männliche Kätzchen.

Die Früchte sind Scheinfrüchte, die sich aus Teilen der Blütenhülle entwickeln. Die Maulbeeren sind dann aus zahlreichen kleinen Nüssen mit einer fleischigen Hülle zusammengesetzt. Dabei verwachsen diese einzelnen Hüllen zu einer Sammelfrucht. Sie sind eßbar und schmecken beim Weißen Maulbeerbaum süßlich.

Beim Weißen Maulbeerbaum sind die Scheinfrüchte weißlich (Name!) bis leicht rosa gefärbt. Der Schwarze Maulbeerbaum zeigt dagegen rote bis fast schwarze Früchte. Sie werden mit dem Reifungsgrad dunkler und sind im Gegensatz zu den fade schmeckenden Früchten des Weißen Maulbeerbaumes wohlschmeckend. Genießbar sind sie aber erst in fast schwarzem Zustand.

 

verfasst und mit Fotos versehen von

Detlef Kirstein, Projektleiter „Natur im Kosmosviertel“