Baum-Präsentation

heute: Der Weißdorn

Der Eingrifflige Weißdorn, auch als Hagedorn oder Heckendorn bezeichnet, ist in weiten Teilen Europas von Südskandinavien bis nach Südeuropa, von der Wolga bis in die Ost-Türkei beheimatet. Er gedeiht auf Kalkböden und bei ausreichendem Niederschlag am besten. Im Zuge der Zunahme der Trockenperioden als Folge der Klimaerwärmung ist er im Rückgang begriffen und daher besonders schützenswert. Der Weißdorn wie auch der aus ihm gezüchtete Rotdorn sind typische Mai-Blüher, die mit dem Laub-Austrieb blühen. 5-12 der weißen Blüten stehen in ausgebreiteten Rispen (Bild 1). Sie besitzen, wie bei allen wilden Rosengewächsen, 5 Kronblätter.  20 Staubblätter mit dunkelroten Staubbeuteln und ein Fruchtknoten mit nur einem Griffel (Name!) sind weitere Blütenkennzeichen. Die Früchte sind rote Apfelfrüchte. Sie enthalten beim Eingriffligen Weißdorn nur einen Samen. Die Blätter des Laubes sind in 3 – 5 Teile gelappt, die Blattränder unregelmäßig gesägt. Die Oberseiten der Blätter sind glänzend dunkelgrün, die Unterseiten sind heller und etwas rauer (Bild 1).

Weißdorne bilden wild gewachsen meistens Sträucher, in Kultur sind sie aber auch als Zierbäume an Straßenrändern (Bild 2), in städtischen Grünanlagen und in Parks zu finden. Die Zweige sind dornbewehrt. Die Blütendichte ist, ähnlich wie bei Heckensorten, an nicht zurückgeschnittenen Pflanzen besonders groß (Bild 2).

Der Zweigrifflige Weißdorn blüht im Schnitt zwei Wochen vor dem Eingriffligen Weißdorn. Als Wildwuchs bildet der Zweigrifflige Weißdorn meist nur dornige Sträucher. Die Blüten besitzen Fruchtknoten, die mit zwei (selten auch drei) Griffeln besetzt sind und aus denen Früchte mit zwei (oder drei) Samen entstehen.

 

Das Bild zeigt die weißen Blüten des Weißdorns an einem Strauch im Kosmosviertel im Mai.

Bild 1: Blütenrispen des Weißdorns, hier im nördlichen Abschnitt des Grünzugs im Kosmosviertel

 

Das Bild zeigt einen kleinen Baum eines blühenden Weißdorns an der Schönefelder Chaussee im Kosmosviertel.

Bild 2: Kleines Baum-Exemplar eines Weißdorns an der Schönefelder Chaussee im Kosmosviertel. Dieses wenig gepflegte, ungeschnittene Exemplar ist über und über mit Blüten bedeckt.

 

Der Rotdorn ist eine durch Züchtung aus dem zweigriffligen Weißdorn hervorgegangene Sorte mit rot-weißen Blüten. Er gehört ebenso zu den Rosengewächsen. Durch Vervielfachung der ursprünglich 5 Kronblätter entstanden rosettenartig gefüllte Blüten. Die Mehrheit der Blüten sind wie bei den Zuchtrosen steril, so dass meist keine Früchte gebildet werden. Neben der verbreiteten Sorte „Pauls Scarlett“ gibt es darüber hinaus noch weitere rotblühende Sorten. Der Rotdorn ist als Straßen- und Alleebaum sowie in Parks und Gärten ein beliebtes Zier-Element (Bilder 3 und 4).

Das Bild zeigt die rosettenartig gefüllten Blüten eines Rotdorns am Mandrellaplatz in Köpenick.

Bild 3: Rosettenartig gefüllte Blüten eines Rotdorns am Mandrellaplatz in Köpenick

 

Das Bild zeigt die Baumkrone eines blühenden Rotdorns am Mandrellaplatz in Köpenick.

Bild 4: Die Krone eines blühenden Rotdorns (Sorte „Pauls Scarlett“) am Mandrellaplatz in Köpenick

 

In Arzneien gegen Bluthochdruck und in Herztoniken finden die Inhaltsstoffe des Weißdorns medizinische Verwendung.

Das Holz des Weißdorns ist dem des Buchsbaums von den Eigenschaften ähnlich und dient oft als dessen Ersatz.

Blüten des Weißdorns und des züchterisch entstandenen Rotdorns in der Möglichkeit der Zoom-Vergrößerung hier: Weißdorn_Rotdorn_Blüten_Projekt_Natur_im_Kosmosviertel

 

verfasst und mit Fotos versehen von

Detlef Kirstein, Projektleiter „Natur im Kosmosviertel“

Literatur

Bachofer, M., Mayer, J. (2015): Der Kosmos Baumführer. Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, Stuttgart