Baumpräsentation

heute: Die Schmalblättrige Ölweide

Die Schmalblättrige Ölweide gehört zu den Ölweidengewächsen. Sie ist nicht mit dem Olivenbaum verwandt, der zur Familie der Ölbaumgewächse gehört, welcher übrigens auch die heimischen Eschen angehören. Die Schmalblättrige Ölweide ist vom östlichen Mittelmeergebiet, über die Türkei, dem Nordiran bis nach Kasachstan beheimatet (ursprüngliche Heimat). Bereits in der Antike wurde sie im gesamten Mittelmeerraum verbreitet. Sie ist auch in Mitteleuropa frosthart und hier ein häufiges Ziergehölz in Gärten, Parks und städtischen Grünflächen. Die Gewächse bilden meist sparrige buschartige Sträucher mit hängenden Ästen (Bild 1). Die Zweige weisen 1-3 cm lange Spross-Dornen auf. Dies ist ein Unterscheidungskriterium zu der sonst ähnlichen nordamerikanischen Silber-Ölweide, die unbedornt ist.

Die Blätter der Schmalblättrigen Ölweide sind wechselständig, von schmal-länglicher Gestalt und bis 8 cm lang. Der Blattrand ist glatt, also nicht gezähnt. Die Blattunterseiten tragen einen dichten Flaum aus Sternhaaren, der sie silbrig-weiß aussehen lässt. Die matt grünen Blattoberseiten sind weniger behaart (Bilder 2 und 3). Diese silbrige Sternbehaarung ist auch auf der Außenseite der Blüten und auf der Haut der Früchte vorhanden.

Die Pflanze ist trockenheitsresistent und abgasverträglich und gedeiht auf anspruchslosen Böden. Sie dient ebenso als Sicht- und Windschutzgehölz. Letzteres z.B. ist in den Steppenlandschaften der Türkei zu beobachten, wo sie als Feldbegrenzungen angetroffen wird. Aber auch an den mitteleuropäischen Küsten wird sie als Windschutzhecke angepflanzt, wobei man sie nicht mit dem Sanddorn verwechseln sollte.

Das Bild zeigt eine Schmalblättrige Ölweide an der Venustraße im Kosmosviertel. Diese bildet einen sparrig verzweigten Strauch.

Bild 1: Sparrig verzweigter, strauchartiger Baum einer Schmalblättrigen Ölweide an der Venusstraße im Kosmosviertel, Ende Mai 2020.

 

Die Äste sind dicht, biegsam und hängend (Bild 2). Sie fangen die Windenergie auf. In Steppenregionen sind sie eine wichtige Randbepflanzung für Felder zum Windschutz.

Das Bild zeigt einen Kronenausschnitt einer Schmalblättrigen Ölweide mit hängenden biegsamen Ästen, hier im Kosmosviertel.

Bild 2: Hängende biegsame Äste mit silbrig belaubten Zweigen an einer Schmalblättrigen Ölweide an der Venusstraße im Kosmosviertel, hier zur Blütezeit.

 

Das Bild zeigt die Zweige mit den silbrig behaarten Blättern einer Schmalblättrigen Ölweide an der Venusstraße im Kosmosviertel.

Bild 3: Zweige einer Schmalblättrigen Ölweide mit silbrig-weißer Behaarung an der Venusstraße im Kosmosviertel. Ab Ende Mai zeigen sich die kleinen gelb-weißen Blüten. Auf den Blattunterseiten des Laubes ist die Sternbehaarung dabei dichter als auf den Blattoberseiten.

 

Die kleinen Blüten sind röhrenartig bis glockenförmig und enden in vier spitz zulaufenden Lappen (4-zipfelig). Sie besitzen keine Kronblätter. Außen sind sie weiß, verursacht durch silbrig schimmernde Sternhaare, innen dagegen gelb bis goldgelb (Bilder 4 und 5). Der gelbe Farbton nimmt ins Innere der Blüte hin zu. Die Blüten erscheinen zu zweit oder zu dritt in den Blattachseln der Triebspitzen. Sie riechen süßlich mit einem Hauch von Aas. Aufsuchende Insekten sind auch Goldfliegen (Bild 6). Trotzdem werden die Duftstoffe der Blüten in der Parfümherstellung verwendet. Die Blütezeit ist ab Ende Mai und dauert in den Juni hinein an.

Bild 4: Kleine gelbe glockenförmige Röhrenblüten einer Schmalblättrigen Ölweide an der Venusstraße im Kosmosviertel. Zu sehen ist auch ein langer Dorn am Zweig. Die sonst ähnliche nordamerikanische Silber-Ölweide besitzt keine Dornen (Unterscheidungskriterium).

 

Auf dem Bild sind die glockenförmigen Röhrenblüten einer Schmalblättrigen Ölweide im Kosmosviertel zu sehen. Die Innenseiten sind gelb, die Außenseiten weiß filzig behaart.

Bild 5: Glöckchenförmige Röhrenblüten einer Schmalblättrigen Ölweide an der Venusstraße im Kosmosviertel. Die Außenseiten der Blüten sind durch Sternhaare silbrig bereift, die Innenseiten sind gelb.

 

Das Bild zeigt die gelb-weißen glöckchenförmigen Röhrenblüten einer Schmalblättrigen Ölweide im Kosmosviertel. Zu sehen ist eine Goldfliege.

Bild 6: Glöckchenförmige Röhrenblüten der Schmalblättrigen Ölweide. Sie ziehen zahlreiche Insekten an. Hier eine Goldfliege. An der Venusstraße im Kosmosviertel.

 

Die bis zu 2 cm langen Früchte sind olivenartig (Bild 7). Mit den Olivenbäumen (Familie Ölbaumgewächse, wohin übrigens auch die heimischen Eschen gehören) ist die Schmalblättrige Ölweide jedoch nicht verwandt. Sie gehört zur eigenständigen Familie der Ölweidengewächse. Die Früchte der Schmalblättrigen Ölweide sind von der Form her länglich-eiförmig und besitzen ebenso einen länglichen Steinkern. Das Fruchtfleisch ist im Herbst gelb, die Haut orangegelb bis hellbraun und mit Sternhaaren versehen, was zu einer silbrigen Bereifung führt. Die mehligen Früchte sind essbar und besitzen einen süßlichen Geschmack. Vor allem in Westasien werden die Früchte als Frischobst und für Gebäck und Liköre verwendet.

Das Bild zeigt neben den gelbweißen Blüten einer Schmalblättrigen Ölweide auch die olivenartigen vorjährigen Früchte.

Bild 7: Blätter und gelbweiße Blüten einer Schmalblättrigen Ölweide an der Venusstraße im Kosmosviertel Ende Mai. Eingetrocknete, schwarz gewordene Früchte vom Vorjahr haben überwintert.

 

verfasst und mit Fotos versehen von

Detlef Kirstein, Projektleiter „Natur im Kosmosviertel“