Baum-Präsentation

 

heute: Die Robinie

 

Die Robinie stammt aus dem östlichen Nordamerika. Nach Europa wurde sie bereits im 17. Jahrhundert durch den Botaniker Jean Robin eingeführt. Sie gehört zu den Hülsenfrüchtlern und zur Unterfamilie der Schmetterlingsblütler, genauso wie der Goldregen, die Gleditschie, der Schnurbaum oder der Blasenstrauch. Zu den Schmetterlingsblütlern gehören auch der Ginster und der Klee.

Die Robinie wird wegen ihrer Blattformen im Volksmund auch als Schein-oder Falsche Akazie bezeichnet, ist aber mit den zu den Mimosengewächsen zählenden echten Akazien (z.B. Afrikas) nicht verwandt. Die Robinie gedeiht auf lockeren, wasserdurchlässigen Sandböden. Sie ist dabei oft verwildert, unter anderem auch dadurch, weil sie in der Lage ist, Wurzelsprosse zu bilden. Als Pioniergehölz besiedelt sie brachliegende Areale, Böschungen und auch Schotterflächen, so unter anderem an Bahngleisen entlang. Da sie viel Licht zum wachsen benötigt, ist sie auch an Waldrändern ein sich ausbreitendes Gehölz (Bild 1). Aber auch in lichten Mischwäldern kann eine Massen-Ausbreitung der Robinie andere Arten des Baumbestandes zurückdrängen. Durch Knöllchenbakterien auf der Rinde bindet sie Luftstickstoff und führt diesen dem Boden in Form von (Ammonium-)Nitraten zu. Sie kann hierdurch die Zusammensetzung der Vegetation in einem Areal verändern.

Die Robinie ist in ihren Pflanzenteilen giftig. So enthält sie Lektine, die Blutkörperchen verklumpen und Gewebe zerstören lässt. Die Samen und die Rinde enthalten ein Toxalbumin, welches den Glykogenhaushalt von Leber- und Muskelzellen stören kann.

 

Das Bild zeigt mehrere Robinien in einem Streifen, der einen Waldrand hin zu offenem Gelände mit Straße und einem Wohngebiet abgrenzt - bei Grüne Trift am Walde (Köpenick).

Bild 1: Mehrere Robinien in einem Streifen, der einen Waldrand hin zu offenem Gelände mit Straße und einem Wohngebiet abgrenzt – bei Grüne Trift am Walde (Köpenick). Robinien benötigen zum Wachsen offene, gut belichtete Standorte.

 

Die wechselständigen Blätter sind unpaarig gefiedert, d.h. eine Endfieder ist ausgebildet (Bild 2). Sie können bis zu 23 einzelne Fiederblättchen aufweisen. Diese Fiederblättchen, auch Einzelfiedern genannt, sind von ovaler Form und bis zu 6 cm lang. Die ebenfalls zu den Hülsenfrüchtlern gehörende Gleditschie besitzt deutlch kleinere Fiederblättchen. (Übrigens: Die Esche hat gegenständig angeordnete Fiederblätter, und im Durchschnitt größere Einzelfiedern.)

Das Bild zeigt die Fiederblätter der Robinie mit zweizeilig ansitzenden elliptisch geformten Fiederblättchen.

Bild 2: Die fiederblättrige Belaubung der Robinie mit zweizeilig ansitzenden elliptisch geformten Fiederblättchen, welche am Ende eine abgerundete Spitze aufweisen. Die Einzelfiederblättchen sind größer als bei der Gleditschie und nicht so derb wie beim Schnurbaum. Hier an einem Waldrand zu einer Siedlung. Grüne Trift am Walde in Köpenick.

 

Die Triebe jüngerer Bäume weisen paarig sitzende scharfspitzige Dornen an der Basis der Blätter und Knospen auf, die an stärkeren Austrieben Längen von mehreren Zentimetern erreichen können (Bilder 3 und 4). Diese sind in der Heimat Nordamerika evolutiv gegen Wildverbiss entstanden, der in offeneren Arealen und Waldrändern mit kleinwüchsiger Vegetation besonders ausgeprägt sein kann (Bild 5).

Das Bild zeigt die Dornen an einem Wurzelstock-Ausschlag einer Robinie.

Bild 3: Dornen an einem Wurzelstock-Ausschlag einer Robinie.

 

Teils kräftige Dornen sitzen bei der Robinie an jungen Pflanzen auch in den Achseln von Verzweigungen. Hier bei Robinien an der Straße Grüne Trift am Walde in Köpenick.

Bild 4: Teils kräftige Dornen sitzen bei der Robinie an jungen Pflanzen auch in den Achseln von Verzweigungen. Hier an Wurzelstock-Ausschlägen an Robinien an der Straße Grüne Trift am Walde in Köpenick.

 

Die Rinde der Bäume neigt bei älteren Exemplaren zu tiefen Furchen und Leisten (Bild 5). Das helle, gelbbraune Splintholz ist bei knorrigen Exemplaren im Stamm-Querschnitt wellig und eingefurcht. Das Holz ist hart und gegen Fäulnis widerstandsfähig. Es wird u.a. für Palisaden, Pfosten und Zaunpfähle, z.B. bei forstlichen Eingrenzungen, verwendet. Auch für Griffe und Sportgeräte findet es Verwendung. Als Möbelholz war es eine Zeit lang in Verwendung.

Das Bild zeigt graurindige, gefurchte Stämme an Robinien an der Straße Grüne Trift am Walde in Köpenick.

Bild 5: Graurindige, gefurchte Stämme an Robinien an der Straße Grüne Trift am Walde in Köpenick.

 

 

Im Bild sind die weißen Blütentrauben einer Robinie an einem Waldrand zu sehen. Grüne Trift am Walde.

Bild 6: Weiße Blütentrauben in der Baumkrone einer Robinie am Waldrand an der Straße Grüne Trift am Walde in Köpenick.

 

Die Robinie gehört zu den Schmetterlingsblütlern innerhalb der Hülsenfrüchtler. Sie ist mit dem Ginster und mit dem Klee verwandt. Die Blütezeit der Robinie beginnt ab Ende Mai und dauert bis in den Juni. Die hängenden Blütenstände sind Trauben mit einer Länge von 10 – 20 cm. Die vielzähligen Einzelblüten der Robinie sind Schmetterlingsblüten (Bilder 7 bis 10). Beim ebenfalls Schmetterlingsblüten aufweisenden Schnurbaum sind die cremeweißen Einzelblüten in großen Rispen angeordnet. Zudem blüht der Schnurbaum erst im Juli bis Anfang August.

Die Blüten der Robinie duften und ziehen Insekten an. Die Robinie ist eine wichtige Bienenweide. Die Imker gewinnen aus ihr in der Blütezeit den „Akazienhonig“.

Das Bild zeigt die traubenartigen Blütenstände der Robinie aus weißen Schmetterlingsblüten.

Bild 7: Die traubenartigen Blütenstände der Robinie, bestehend aus weißen Schmetterlingsblüten. Hier an einer Robinie an einem Waldrand in der Ortschaft Müggelheim.

 

Die Blüten bestehen aus einer weißen Krone mit gelblich gezeichnetem Innenbereich auf der Fahne (Bild 8-10). Die Bestandteile der Krone bei Schmetterlingsblüten werden als Fahne (großer Anteil), die zwei Flügel und das zentrale Schiffchen differenziert (Bild 9). Die Krone ist bisymmetrisch aufgebaut. Zentral liegen Narbe, Griffel und Staubblätter. Der Kelch ist grünbraun. Als Insektenbestäuber ist die Robinie eine wertvolle Bienenweide.

Das Bild zeigt die Schmetterlinsblüten einer Robinie mit weißer Krone und gelblichem Innenbereich. Der Baum steht in den Müggelbergen.

Bild 8: Die Schmetterlingsblüten der Robinie mit weißer Krone und gelblichem Innenbereich auf der Fahne. Der Kelch ist braungrün. Die Aufnahme entstand in der Nähe des Müggelturms.

 

Das Bild zeigt den Aufbau der verschiedenen Kronenblatt-Anteile der Schmetterlingsblüte der Robinie.

Bild 9: Schmetterlingsblüten der Robinie in der Nah-Ansicht. Die Kronen-Anteile werden als Fahne (großer Anteil), die zwei Flügel und das zentrale Schiffchen differenziert. Die Krone ist bisymmetrisch aufgebaut. Zentral gelegen sind Griffel, Narbe und Staubblätter.

 

Das Bild zeigt die hängenden Blütentrauben einer Robinie im Kosmosviertel. Der Baum steht in der Nähe des Fitness-Centers im Bereich der Venusstraße.

Bild 10: Hängende Blütentrauben einer Robinie im Kosmosviertel. Der Baum steht in der Nähe des Fitness-Centers im Bereich der Venusstraße.

 

Die Früchte sind flache Hülsen mit einer Länge von bis zu 10 cm. Die Beschaffenheit der Hülse ist pergamentartig bis ledrig. Die Gleditschie hat wesentlich größere und längere und leicht verdrehte Hülsen. Die Anzahl der enthaltenden Samen auf der silbrigen Innenseite der Hülse der Robinie beträgt 4 bis 10. Die Hülsen öffnen sich am Baum, wobei die Samen noch einige Zeit haften bleiben.Sie werden von Vögeln verbreitet. Die Hülsen verbleiben über den Winter am Baum (Bild 11).

Das Bild zeigt die braunen, verholzten Fruchthülsen einer Robinie. Hier an einem Baum in Nähe des Krankenhauses Köpenick. Die Aufnahme entstand zur Blütezeit Ende Mai. Die Fruchthülsen stammen vom Vorjahr.

Bild 11: Braune, verholzte Fruchthülsen einer Robinie. Hier an einem Baum in Nähe des Krankenhauses Köpenick. Die Aufnahme entstand zur Blütezeit Ende Mai. Die Fruchthülsen stammen vom Vorjahr.

 

verfasst und mit Fotos versehen von

Detlef Kirstein, Projektleiter „Natur im Kosmosviertel“