Radfahren in der Corona-Krise – Gut für Körper und Geist – Verletzungsrisiko meiden

Kontaktregeln beachten

28.03.2020 – 13:21 Uhr Achtung ! Immer die aktuelle Situation beachten und sich täglich auch direkt selbst informieren !

Darf man noch Radfahren?

Sofern man nicht unter häuslicher Quarantäne steht: Ausdrücklich ja. Auch in Bundesländern mit Ausgangsbeschränkungen (Bayern, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt) sind – neben den notwendigen Fahrten zur Arbeit, zum Arzt oder zum Einkauf von Lebensmitteln – sportliche Aktivitäten an der frischen Luft erlaubt.

Mit wem darf man Radfahren?

Entweder alleine, mit den Personen, mit denen man in einem Haushalt zusammen lebt oder mit höchstens einer Person, die nicht zum eigenen Haushalt gehört. In Bayern gelten strengere Regeln, hier darf man nur mit Angehörigen des eigenen Haushalts unterwegs sein. Radtouren in Gruppen sind generell nicht gestattet. Auch ist Abstand zu anderen einzuhalten, beispielsweise beim Warten an der Ampel.

Wo darf man Radfahren?

Rad-Bild: pd-f/Luka Gorjup

Bild: pd-f/Luka Gorjup

Radtouren unternimmt man am besten von der eigenen Haustür aus. Das Fahrrad aufs Auto oder in die Bahn zu packen und dann in weiter entfernt liegenden Ausflugsgebieten zu radeln ist keine gute Option. In Sachsen beispielsweise werden bereits Sperrungen und Kontrollen in Naherholungsgebieten durchgeführt. Auch das Bayerische Innenministerium bittet darum, „Bewegung an der frischen Luft in der unmittelbaren näheren Umgebung durchzuführen“. In beiden Bundesländern herrschen, wie auch in Sachsen-Anhalt und im Saarland, die erwähnt strengeren Ausgangsbeschränkungen. Aufenthalt an der frischen Luft ist zwar ausdrücklich gestattet, letztlich aber in Wohnortnähe. Damit sollen auch die Ausflugsgebiete nicht überlastet werden.

Übernachtungen zu touristischen Zwecken sind nicht erlaubt und damit auch keine mehrtägigen Radreisen!

Warum soll man Radfahren?

Weil sportliche Betätigung grundsätzlich gesund und damit gerade jetzt wichtig ist. Radfahren stärkt das Herz-Kreislauf-System, kann den Blutdruck senken und trainiert die Lungenmuskulatur. Im Sattel atmet man intensiver, das „reinigt“ zudem die Lungen. Auch der belasteten Psyche tut das Radeln gut. „Es ist eine gute Möglichkeit, mal rauszukommen, sich zu bewegen, frische Luft zu tanken und den Lagerkoller zu überwinden“, sagt Burkhard Stork, Bundesgeschäftsführer des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC).

Anders als in öffentlichen Verkehrsmitteln ist außerdem das Infektionsrisiko gering – und, weil man gemeinhin Abstand hält, auch die Gefahr, andere mit einer eventuell unentdeckten Infektion anzustecken.

Gibt es auch Risiken?

Ja. Wer weniger durchtrainiert ist, sollte sich körperlicher Belastung nur in vernünftigem Maße aussetzen. Mountainbikern gibt Heiko Mittelstädt von der Deutschen Initiative Mountainbike (DIMB) mit auf den Weg, dass „jetzt eher eine defensive Fahrweise angeraten“ sei. „Jeder Sturz ist ein Sturz zuviel“, sagt Mittelstädt mit Hinblick auf die Kapazitäten des Gesundheitssystems, die derzeit möglichst zu entlasten sind.

Wer sich beim Berühren von Ampelknöpfen keinem Infektionsrisiko aussetzen möchte, sollte Handschuhe tragen, diese zuhause waschen und sich – ohnedies eine Grundregel – nicht ins Gesicht fassen.

28.03.2020 Quelle: https://www.kicker.de/772968/artikel/radfahren_in_der_corona_krise