Baum-Vorstellung

 

heute: Die Parrotie

 

Die Parrotie (Parrotia persica) wird auch als Eisenholzbaum bezeichnet.

 

Die Parrotie stammt, worauf im lateinischen Artnamen („persica“ für Persien) schon hingewiesen wird, aus dem iranischen Raum, wo sie vom Kaukasus bis in den Nord-Iran verbreitet ist. So ist sie in den gebirgigen Wäldern im Süden des Kaspischen Meeres zu finden, wo durch das hoch aufragende Elburs-Gebirge genügend Niederschlag durch Wolkenbildung im Gebirgsstau auftritt. Wegen ihres sehr harten Holzes trägt sie auch den Namen Eisenholzbaum. Bei uns ist sie eher in Form von Sträuchern oder kleinen Bäumen zu finden. Neben Parkanlagen und Gärten ist die Parrotie auch in städtischen Wohngebieten anzutreffen, so auch hier im Kosmosviertel (Bild 1).

 

Das Bild zeigt einen kleinen Baum einer Parrotie im Innenhof an den Wohnblöcken der Anlieger an der Ortolfstraße im Kosmosviertel. Sie zeigt hier im Oktober ihr buntes Herbstlaub.

Bild 1: Ein kleiner Baum einer Parrotie im Innenhof an den Wohnblöcken der Anlieger an der Ortolfstraße im Kosmosviertel. Sie zeigt hier im Oktober ihr buntes Herbstlaub.

 

Die Parrotie gehört zur Familie der Zaubernussgewächse, wo sie neben der ebenfalls sehr frühblühenden gelben Zaubernuss auch mit dem aus Nordamerika stammenden Amberbaum familienverwandt ist.

 

 

Die Parrotie blüht ebenfalls recht früh, gewöhnlich ab Februar und bis in den März hinein. Jedoch ist in Phasen mit milden Winterwetterlagen auch ein Blühbeginn schon in der zweiten Januarhälfte festzustellen. Vom Autor konnte dabei an einem Baum innerhalb einer städtischen Grünanlage im Kosmosviertel in Altglienicke-Süd das Aufbrechen der Blütenknospen beobachtet und dokumentiert werden (Bilder 2 bis 5).

Die kleinen Blüten sitzen zu mehreren dicht beieinander und weisen auffällig aus den Blüten ragende rote Staubblätter und schuppige dunkelbraune, sich samtig anfühlende Hochblätter auf (Bilder 3 und 4). Der Kelch ist meist fünfteilig und schwach grünlich. Kronblätter sind im Gegensatz etwa zur familienverwandten Zaubernuss nicht entwickelt. Die Blüten sind jedoch wie bei dieser auch bei der Parrotie zwittrig. Die Spitzen der roten Staubblätter sind hingegen noch gelblich-grün.

Der ebenfalls zu den Zaubernussgewächsen zählende nordamerikanische Amberbaum weist dagegen einhäusig-getrenntgeschlechtige Blüten auf, also das Vorhandensein beide Geschlechter auf einem Baum, aber getrennt voneinander.

 

Das Bild zeigt die Blüten der Parrotie, wie sie schon Ende Januar aus den Knospen brechen, hier an einem Baum im Kosmosviertel, Januar 2021. Hauptblühzeit ist dann Februar. Dabei ragen rote Staubblätter dicht aus den Blüten.

Bild 2: Die Blüten der Parrotie können schon ab Ende Januar aus den Knospen brechen, hier an einem Baum im Kosmosviertel, Januar 2021. Hauptblühzeit ist dann Februar. Dabei ragen rote Staubblätter dicht aus den Blüten. Die dunkelbraunen Hochblätter der Knospen sind samtig behaart.

 

Das Bild zeigt die Blüten der Parrotie, wie sie schon Ende Januar aus den Knospen brechen, hier an einem Baum im Kosmosviertel, Januar 2021. Hauptblühzeit ist dann Februar. Dabei ragen rote Staubblätter dicht aus den Blüten.

Bild 3: Nach dem Aufbrechen der Blütenknospen erscheinen dicht stehende rote Staubblätter, hier an einer Parrotie im Kosmosviertel in der zweiten Januarhälfte 2021. Die tiefbraunen, außen fein behaarten Hochblätter und ein hellgrüner innenliegender Kelch sind ebenfalls Merkmale der Blüten.

 

Das Bild zeigt die Blüten der Parrotie, hier an einem Baum im Kosmosviertel Ende Januar 2021. Sie sind an ihren roten Staubblättern, die dicht aus ihnen herausragen, und an ihren samtig-dunkelbraunen Hochblättern erkennbar.

Bild 4: Die Blüten der Parrotie, hier an einem Baum im Kosmosviertel Ende Januar 2021, sind an ihren roten Staubblättern, die dicht aus ihnen herausragen, und an ihren samtig-dunkelbraunen Hochblättern erkennbar.

 

Das Bild zeigt die Blüten der Parrotie, wie sie schon Ende Januar aus den Knospen brechen, hier an einem Baum im Kosmosviertel, Januar 2021. Hauptblühzeit ist dann Februar. Dabei ragen rote Staubblätter dicht aus den Blüten.

Bild 5: Die Blüten der Parrotie können schon ab Ende Januar aus den Knospen brechen, hier an einem Baum im Kosmosviertel, Januar 2021. Hauptblühzeit ist dann Februar. Auffällig ragen rote Staubblätter aus den innseitig grünlichen Kelchen. Die dunkelbraunen Hochblätter der Knospen sind samtig behaart.

 

Die Laubblätter der Parrotie sehen denen der Rot-Buche recht ähnlich (Bild 6). Sie besitzen relativ glatte Blattoberflächen, rundlich abschließende, leicht gewellte Ränder sowie eine ebenso an die Blätter der Rot-Buche erinnernde Nervatur. Jedoch zeigen viele Blätter der Parrotie eine unregelmäßige Zähnung. Die Blätter der Parrotie sind auch derber als die der Rot-Buche. Im Herbst färbt sich das Laub der Parrotie zunächst leuchtend rot und nachfolgend gelb, wobei rote Blätter mit gelben Blatträndern besonders attraktiv sind (Bilder 7 und 8). Dabei werden durch Stoffumsetzungen in den Zellen der grüne Farbstoff Chlorophyll abgebaut und Carotine gebildet. Bei diesen Prozessen gelangen auch umgesetzte Stoffe in das Splintholz des Baumes, wo sie als Reserve für den Frühjahrsaustrieb zur Verwendung stehen.

 

Das BIld zeigt einen Trieb mit den eiförmigen, etwas an die Rot-Buche erinnernder Laubblätter an einer Parrotie. Die runden, nicht gezähnten und leicht welligen Blattränder sowie eine streng schräg zur Spitze weisende Nervatur sind den Blättern der Rot-Buche ähnlich.

Bild 6: Ein Trieb mit den eiförmigen, etwas an die Rot-Buche erinnernden Laubblätter an einer Parrotie. Die runden und leicht welligen Blattränder sowie eine streng schräg zur Spitze weisende Nervatur sind den Blättern der Rot-Buche ähnlich. Die Parrotien-Blätter sind jedoch im Gegensatz zu dieser oft unregelmäßig gezähnt.

 

 

Das Bild zeigt das Laub der Parrotie, welches sich im Oktober intensiv verfärbt. Leuchtende rote als auch gelbe Farbtöne sind dann sichtbar, wobei viele Blätter scheckig erscheinen und teilweise auch noch dunkelgrüne Töne aufweisen.

Bild 7: Das Laub der Parrotie verfärbt sich im Oktober intensiv. Leuchtende rote als auch gelbe Farbtöne sind dann sichtbar, wobei viele Blätter scheckig erscheinen und teilweise auch noch dunkelgrüne Töne aufweisen (Oktober 2019).

 

 

Das Bild zeigt eine Parrotie im Kosmosviertel mit leuchtend rot und gelb verfärbtem Laub im Oktober.

Bild 8: Parrotie im Kosmosviertel mit leuchtend rot und gelb verfärbtem Laub im Oktober 2019.

 

 

 

Die Kapselfrüchte sind gehörnt und besitzen in der Regel 2, seltener auch bis zu 4 spitze Klappen. Sie springen bei Erreichen der Reife geräuschvoll auf und entlassen ihre Samen.

 

verfasst und mit Fotos versehen von

Detlef Kirstein, Projektleiter „Natur im Kosmosviertel“