Baum-Präsentation

heute: Die Gleditschie

Die Gleditschie (Gleditsia triacanthos), die auch die Bezeichnung Lederhülsenbaum trägt, stammt ursprünglich aus dem östlichen Nordamerika. In Mitteleuropa wird sie oft als Zierbaum gepflanzt. Sie ist mit der ebenfalls aus Nordamerika stammenden Robinie und mit dem asiatischen Schnurbaum in gewisser Weise verwandt, da alle drei Arten zur Familie der Schmetterlingsblütler gehören.

Das Laub besteht aus gefiederten Blättern, bestehend aus bis zu 15 Fiederblattpaaren (Bilder 3 und 4). Alte Bäume tragen oft nur noch einfach gefiederte Blätter. Das im Mai, allgemein etwas früher als bei der Robinie, neu austreibende Laub zeigt häufig eine attraktive gelbgrüne Färbung (Bilder 1 bis 3), was einen schönen Ziereffekt in entsprechenden Bepflanzungen erzeugt. Die Fiederblättchen selbst sind von geringerer Größe als das der Robinie. Die Blüten erscheinen mit dem Blattaustrieb im Mai, wobei die Blütezeit erst Ende Mai und im Juni ist. Die Blütenstände sind Trauben, die aus einer großen Zahl von Einzelblüten bestehen, welche eingeschlechtig oder auch zwittrig sein können. Die Pflanze selbst ist einhäusig. Beide Geschlechter finden sich auch auf getrennten Blütenständen auf einem Baum. Männliche und zwittrige Blüten sind gelblich und mit einer ebenfalls gelben glockigen Hülle versehen. Die rein weiblichen Blüten sind dagegen grünlich und unscheinbar.

Die Fruchtstände sind lange Hülsenfrüchte von bis zu 40 cm Länge. Sie sind im Querprofil flach und bis zu 3 cm breit (Bild 4). Des weiteren sind sie oft spiralig verdreht. Ihre Oberfläche ist braun und ledrig glänzend.

Ein weiteres Merkmal, dass nicht alle Bäume tragen, sind die kräftigen Dornen, die an Zweigen und Ästen und auch am Stamm vorkommen. Dabei zweigen immer drei Dornen in verschiedene Richtungen ab. Dies äußert sich im Artnamen („triacanthos“ = dreistachelig). An Stamm können die Dornen besonders imponierend sein, jedoch auch eine Unfallgefahr darstellen (Bild 5). In städtischen Grünanlagen wird daher die dornenlose Sorte „Inermis“ bevorzugt.

Attraktiv ist darüber hinaus auch das gelb gefärbte Herbstlaub der Gleditschie.

 

Das Bild zeigt das gelbgrüne junge Laub zweier Gleditschien an der Schönefelder Chaussee am Kosmosviertel im Mai.

Bild 1: Gelbgrünes Frühjahrslaub zweier Gleditschien an der Schönefelder Chaussee im Kosmosviertel

 

Das Bild zeigt das gelbgrüne junge Laub einer Gleditschie an der Schönefelder Chaussee am Kosmosviertel im Mai.

Bild 2: Gelbgrünes Frühjahrslaub einer Gleditschie an der Schönefelder Chaussee im Kosmosviertel

 

Das Bild zeigt einen Ausschnitt aus der Krone einer Gleditschie an der Schönefelder Chaussee im Kosmosviertel.

Bild 3: Kronenausschnitt einer Gleditschie mit gelbgrün austreibendem jungen Laub im Mai an der Schönefelder Chaussee im Kosmosviertel

 

Das Bild zeigt die braunen, ledrigen Fruchthülsen einer Gleditschie im Abschnitt der Venusstraße im Kosmosviertel.

Bild 4: Die braunen ledrigen Fruchthülsen einer Gleditschie im Wohnareal an der Venusstraße im Kosmosviertel. Aufnahme im September 2019.

 

Das Bild zeigt den dornenbewerten Stamm einer Gleditschie im Wohnareal an der Venusstraße im Kosmosviertel.

Bild 5: Dreistrahlig (dreistachelig) abstehende Dornen am Stamm einer Gleditschie am Wohnareal an der Venusstraße im Kosmosviertel.

 

verfasst und mit Fotos versehen von

Detlef Kirstein, Projektleiter „Natur im Kosmosviertel“