Baum-Präsentation

heute: Die Blasenesche

Die Blasenesche oder der Rispige Blasenbaum ist ein in Mitteleuropa sehr selten anzutreffendes Gehölz, das seine Heimat in Korea und Nordost-China hat. Der Baum kann im Bestand von ettlichen Botanischen Gärten und Anlagen Europas aufgefunden werden. Er ist aber auch hier und da in öffentlichen Parks, städtischen Grünanlagen und sogar als Straßenrandbepflanzung von Wohngebieten vorhanden. Dabei begünstigt ihn seine Resistenz gegenüber Trockenheit und seine Toleranz des städtischen Klimas. Zum Beispiel ist ein schön gewachsenes, solitär stehendes Exemplar direkt an der St. Laurentius-Kirche in Alt-Köpenick zu bewundern (Bilder 1 und 8). Ein zweites, kleineres, fast noch strauchartiges Gewächs der Blasenesche steht ebenfalls im Altstadt-Bereich von Köpenick, und zwar an der Müggelheimer Straße, Ecke Amtsstraße (Bilder 5 und 6).

Die Blasenesche (Koelreuteria paniculata) gehört zur Familie der Seifenbaumgewächse und ist mit den eigentlichen Eschen aus der Gattung Fraxinus, die zu den Ölbaumgewächsen gehören, nicht verwandt. Die großen Fiederblätter der Blasenesche sind im Gegensatz zu den gegenständig am Zweig ansitzenden Blättern der richtigen Eschen wechselständig. Das Blatt selbst besteht aus bis zu 17 Fiederblättchen, die in etwa zueinander gegenständig orientiert sind, ausgenommen das Fiederblättchen an der Blattspitze. Die Fiederblättchen sind vorn zugespitzt, beidseitig symmetrisch mit von Einkerbungen getrennten Lappen versehen, wobei die einzelnen Lappen außerdem eine Zähnung aufweisen (Bilder 3 und 4). Die Formen der Fiederchen erinnern etwas an die Gesamt-Blattformen des Weißdorns. An der Basis der Fiederchen der Blattmittelabschnitte können wiederum Fiederblättchen zweiter Ordnung auftreten.

Benannt ist die Gattung (Koelreuteria) im lateinischen Namen nach dem Karlsruher Botaniker G. Kölreuter, der im 18. Jahrhundert zu Bestäubungs- und Befruchtungsmechanismen wissenschaftlich Pionierarbeit leistete.

 

Das Bild zeigt ein in der Blüte stehendes Exemplar einer Blasenesche an der Laurentius-Stadtkirche in Alt-Köpenick.

Bild 1: Ein in der Blüte stehendes Exemplar einer Blasenesche (Blasenbaum) an der St. Laurentius-Kirche in Alt-Köpenick, hier im Juli 2020.

 

Die Blütezeit des Baumes ist gewöhnlich, auch in der Heimat, im August, also recht spät im Jahr. Jedoch ist, wohl als Folge der allgemeinen Klimaerwärmung, zu beobachten, dass Bäume der Blasenesche, z.B. in städtischen Grünanlagen Berlins, bereits im Juli anfangen zu blühen (Bilder 1 und 2). Die Bestäubung erfolgt durch Insekten, wobei heimische Bienen ihn mittlerweile gern annehmen.

 

Das Bild zeigt die großen, langen pyramidalen Blütenrispen und Fiederblätter an einer Blasenesche an der St. Laurentius-Kirche in Köpenick.

Bild 2: Große, lange pyramidale Blütenrispen und Fiederblätter an einer Blasenesche an der St. Laurentius-Kirche in Köpenick

 

Die relativ kleinen Blüten sitzen in hoher Zahl in großen, bis zu 40 cm langen, reich verzweigten Rispen (Bilder 2 und 3). Die Rispen weisen insgesamt eine pyramidale Form auf. Die etwa 1 cm im Durchmesser betragenden Einzelblüten bestehen aus einem fünfzipfeligen grünen Kelch und aus meist 4, seltener auch aus 5 gelben Kronblättern (Bilder 4 bis 6). Eine Radialsymmetrie liegt hierbei nicht vor, da schon die in den meisten Blüten vorhandenen 4 Kronblätter innerhalb eines begrenzten Kreisabschnittes ausgerichtet sind (etwa im Winkelbereich von 220°-180° abstrahlen). Die 8 langen Staubblätter besitzen graue bis dunkelviolette Staubbeutel und stehen den Kronblättern anderseitig gegenüber (Bild 6).

 

Das Bild zeigt die großen pyramidalen Blütenrispen einer Blasenesche in der Seitenansicht. Der Baum steht an der St. Laurentiuskirche in Alt-Köpenick.

Bild 3: Die großen pyramidalen Blütenrispen einer Blasenesche in der Seitenansicht. Der Baum steht an der St. Laurentiuskirche in Alt-Köpenick. Die Blüte beginnt hier bereits im Juli.

 

Das Bild zeigt die Blütenrispe einer Blasenesche mit zahlreichen ansitzenden gelben Einzelblüten. Hierbei sind die meist vier einseitig wegstrebenden gelben Kronblätter auffällig.

Bild 4: Blütenrispe einer Blasenesche mit zahlreichen ansitzenden gelben Einzelblüten. Hierbei sind die meist vier einseitig wegstrebenden gelben Kronblätter auffällig.

 

Das Bild zeigt die Einzelblüten der Blasenesche mit ihrer zweiseitigen Symmetrie aus meist vier in einer Kreishälfte abstrahlenden gelben Kronblätter und den gegenüberliegenden acht Staubblättern.

Bild 5: Die Einzelblüten der Blasenesche zeigen einen zweiseitig symmetrischen Aufbau, wobei meist vier gelbe Kronblätter innerhalb eines begrenzten Kreisabschnittes abstrahlen und die 8 lang gestielten Staubblätter auf der anderen Seite gegenüberliegend orientiert sind. Der Baum steht an der Müggelheimer Straße / Höhe Amtsstraße in Köpenick.

 

Das Bild zeigt die Einzelblüten der Blasenesche mit ihrer zweiseitigen Symmetrie aus meist vier in einer Kreishälfte abstrahlenden gelben Kronblätter und den gegenüberliegenden acht Staubblättern.

Bild 6: Vergrößerter Ausschnitt eines Teils einer Blütenrispe einer Blasenesche. Die Einzelblüten der Blasenesche zeigen einen zweiseitig symmetrischen Aufbau, wobei meist vier gelbe Kronblätter einseitig abstrahlen. Die 8 lang gestielten Staubblätter auf der anderen Seite sind gegenüberliegend orientiert. Bienen zählen zu den häufigen Besuchern.

 

Die Früchte der Blasenesche sind bis zu 5 cm lange Kapselfrüchte, die in ihrer Form Lampions ähneln. Sie sind blasig mit Luft gefüllt, worauf sich eben auch der Name des Baumes bezieht (Bild 7). Die Fruchtkapseln sind während ihrer Entwicklung zunächst grün, wobei sich die Fruchtwand zum Herbst hin rötlich und später braun färbt. Die dann papierartige, sich dreiklappig öffnende Fruchtwand enthält 3 schwarze, erbsengroße Samen. Die Samen werden im allgemeinen von Vögeln verbreitet. Die großvolumigen, leichten Kapselfrüchte werden aber auch als Ganzes vom Wind verdriftet.

Die Litschi ist ein nicht nur in Asien beliebtes Obst. Sie stammt von der mit der Blasenesche verwandten Art Litchi chinensis. Essbar ist das zwischen der ledrig-pergamentartigen Hülle und dem glänzenden, harten Samen sitzende Fruchtfleisch. Dies ist eigentlich ein Samenmantel, wissenschaftlich auch Arillus genannt.

Das Bild zeigt die vorjährigen Fruchtkapseln in den äußeren Kronenbereichen einer Blasenesche. Diese Kapseln erinnern in ihrer Form an Lampions. Die braunen, dünnen, papierartigen Wände enthalten drei schwarze, erbsengroße Samen.

Bild 7: Vorjährige Fruchtkapseln in den äußeren Kronenbereichen einer Blasenesche. Diese Kapseln erinnern in ihrer Form an Lampions. Die braunen, dünnen, papierartigen Wände enthalten drei schwarze, erbsengroße Samen. Der Baum steht an der St. Laurentius-Kirche in Alt-Köpenick.

 

Das Bild zeigt ein gut gewachsenes, solitär stehendes Exemplar einer Blasenesche an der St. Laurentiuskirche in Alt-Köpenick.

Bild 8: Gut gewachsenes, solitär stehendes Exemplar einer Blasenesche an der St. Laurentiuskirche in Alt-Köpenick.

 

verfasst und mit Fotos versehen von

Detlef Kirstein, Projektleiter „Natur im Kosmosviertel“