Baum-Präsentation

heute: Die Ulme

Zu den heimischen Ulmen-Arten gehören die Berg-Ulme, die Feld-Ulme und die Flatter-Ulme. Die Blüten der Ulmen erscheinen deutlich vor dem Blatt-Austrieb. Die Hauptblütezeit ist der März. Je nach Witterung kann die Blüte aber bereits ab Ende Februar einsetzen, wobei Berg- und Flatter-Ulme im Schnitt früher als die Feld-Ulme blühen. Die Bestäubung erfolgt durch den Wind. Die Samenbildung vollzieht sich dementsprechend ebenfalls recht früh (Bilder 5 und 7), wobei die rundlichen tellerartigen Fruchtkapseln bereits zu Beginn des Laub-Austriebes erscheinen. Die flachen runden Säume um die zentralen Bereiche mit den Samen dienen als Flügel zur Verbreitung durch den Wind nach Ausreifung der Samen.

Die Berg-Ulme

Die Berg-Ulme ist im Kosmosviertel in einigen Arealen anzutreffen. So stehen mehrere Exemplare vor einem Wohnblock am Südende der Schönefelder Chaussee (Bild 2). Ein solitäres Exemplar ist unweit des Kiezladens WaMa in Richtung des Bürogebäudes der Wohnungsbaugesellschaft Stadt und Land zu finden (Bild 1). Bereits in der zweiten Märzhälfte brechen die Blütenknospen bei entsprechender Witterung auf (Bild 2).

Der Blütenstand der Berg-Ulme in der Detail-Ansicht

Büschelig sitzen an einem Kurztrieb zahlreiche Blüten beieinander, wobei in der nahen Betrachtung die Einzelblüten kurz- bzw. fast ungestielt sind und an der Basis je von einer verwachsenen, rotvioletten Blütenhülle kranzförmig eingefasst werden. Die Einzelblüten selbst sind zwittrig. Auffallend sind die an den Enden langer weißer Staubfäden sitzenden dunkelrot-violetten Pollensäcke. Diese Staubblätter ragen weit aus der Blütenhülle hervor (Bild 1).

Das Bild zeigt die Blütenstände einer Berg-Ulme im Kosmosviertel.

Bild 1: Blütenstände_Berg-Ulme_Kosmosviertel_März

 

Das Bild zeigt die im März aufspringenden Blütenknospen einer Berg-Ulme an der Schönefelder Chaussee im Kosmosviertel.

Bild 2: Blütenknospen_aufspringend_Berg-Ulme_Kosmosviertel

 

Die Flatter-Ulme

Die Flatter-Ulme kann häufig an den Ufern von Gewässern angetroffen werden, wo sie auch an ihren Brettwurzel-Ansetzen erkannt werden kann. Aber auch in Stadtanlagen ist sie hier und da zu finden, z.B. in mehreren Exemplaren im Volkspark Köpenick gegenüber dem Krankenhaus. Wie Berg- und Feld-Ulme blüht sie deutlich vor dem Laub-Austrieb bereits im Monat März, gehört somit ebenso zu den Frühblühern.

Die Blütenform unterscheidet sich jedoch von denen der Berg- und Feld-Ulme beträchtlich.

Die Bäume sind wie alle Ulmen einhäusig, das heißt, männliche und weibliche Blütenanteile sitzen auf einem Baum. Die Blüten selbst sind bei den Ulmen zudem zwittrig. Bei der Flatter-Ulme sitzen die Einzelblüten mit ihren männlichen und weiblichen Geschlechtsorganen am Ende langer Stiele, die vielzählig büschelig aus einer Knospe hervorbrechen. Die Einzelblüten sind dabei sehr klein und filigran. Aus den rötlichen kelch-artigen Blütenhüllen ragen die männlichen Staubblätter hervor, wobei die Staubfäden weiß, die Staubbeutel schwarz-violett sind (Bilder 4 a und 4 b). Bei Berg- und Feld-Ulme besitzen nur die Staubblätter lange Stiele (Fäden), an deren Enden die rotbraunen Staubbeutel sitzen. Die weiblichen Blütenanteile sind dagegen bei diesen Ulmen-Arten knospennah orientiert. Die rötlichen Blütenhüllen vieler Flatter-Ulmen besitzen zudem weißliche Säume (Bild 3). Bereits noch vor oder zu Beginn des Laub-Austriebs im April bilden sich die samentragenden Fruchtkapseln der Flatter-Ulme. Diese hängen an langen Stielen, sind zunächst grün, von flacher tellerartiger Gestalt mit rundlichen Umrissen und hängen in großer Zahl in Büscheln beieinander (Bild 5). In der Nah-Ansicht zeigen die Kapseln feine weiß behaarte Säume.

Das Bild zeigt die Blütenstände einer Flatter-Ulme an über dem Wasser hängenden Zweigen an der Kleinen Krampe bei Müggelheim.

Bild 3: Blütenstände_Flatter-Ulme_Kleine_Krampe

 

Auf dem Bild ist die Nah-Ansicht der Blüten einer Flatter-Ulme an der Großen Krampe bei Müggelheim zu sehen.

Bild 4 a: Blütenstände_Flatter-Ulme_Detail_Große_Krampe

 

Das Bild zeigt die Blütenstände einer Flatter-Ulme Ende März am Seddinsee in Berlin.

Bild 4 b: Blütenstände_Flatter-Ulme_Seddinsee

 

Im Bild sind die sich entwickelnden, noch grünen Fruchtkapseln der Flatter-Ulme, hier in der Nähe vom Krankenhaus Köpenick - Südseite, zu sehen.

Bild 5: Fruchtkapseln_grün_Flatter-Ulme_Details_Volkspark_Köpenick

 

Die Feld-Ulme

Die Feld-Ulme oder Rot-Rüster ist ein Frühblüher, der wie Berg- und Flatter-Ulme vor dem Laub-Austrieb blüht.  Jedoch ist die Blütezeit der Feld-Ulme etwas später als der der anderen beiden Ulmen-Arten. Sie beginnt im März und kann bis in den April hineinreichen. Die Form des Blütenstandes ähnelt der der Berg-Ulme. Die zwittrigen Blüten sitzen in großer Zahl pro Knospe dicht beieinander, wobei die Einzelblüten wie bei der Berg-Ulme, aber im Gegensatz zur Flatter-Ulme, nur kurzstielig sind. Eine verwachsene, grünliche Blütenhülle und weit herausragende, rötlichbraune, recht große Staubbeutel (an weißen Staubfäden) sind die Merkmale der Blüte der Feld-Ulme (Bild 6). Zudem sind bei naher Betrachtung weißlich behaarte Säume um die Ränder der grünen Blütenhüllen zu sehen. Die Bestäubung erfolgt durch den Wind. Die samentragenden Fruchtkapseln bilden sich bereits zu Beginn des Laub-Austriebs. Diese sind flach und von tellerartig-rundlicher Gestalt, was der späteren Verbreitung durch den Wind dienlich ist. Im April heben sich die zunächst grünen, dann beige-farbenen Randbereiche der Flügel von rosaroten Kernbereichen ab, die jeweils den Samen einschließen (Bild 7).

Auf dem Bild sind die Blütenstände einer Feld-Ulme Ende März im Müggelwald zu sehen.

Bild 6: Blütenstände_Feld-Ulme_Müggelwald_Forstweg

 

Das Bild zeigt die flachen runden Scheiben der dicht gedrängten Fruchtkapseln einer Feld-Ulme an einem Haupt-Forstweg im Müggelwald.

Bild 7: Fruchtkapseln_Feld-Ulme_Forstweg_Müggelwald_April

 

verfasst und mit Fotos versehen von

Detlef Kirstein, Projektleiter „Natur im Kosmosviertel“